Regensburger Klinik bayernweit einmalig: Auch für Patienten mit Hirn-Verletzungen ...
20 Jahre Neuro-Reha: ein Meilenstein

Reha für das Gehirn in Regensburg. Bild: Hinterberger
Archiv
Regensburg
03.08.2015
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Als "Meilenstein", bezeichnete Landtagspräsidentin Barbara Stamm, die Klinik für neurologische Rehabilitation am Bezirksklinikum anlässlich des 20-jährigen Bestehens. Stamm selbst hatte damals den Bau einer solchen Klinik in der Oberpfalz angeregt. Mittlerweile wurden dort seit 1995 rund 17 000 Patienten versorgt.

"Wir haben vor fast 30 Jahren festgestellt, dass es auf dem Feld der Neuro-Reha eine Lücke gibt", erklärt Bezirkstagspräsident Franz Löffler die damaligen Beweggründe zum Bau der Klinik. Im Bereich der Neuro-Reha habe es deutschlandweit und auch im Ausland nur sehr wenige Einrichtungen gegeben.

"Patienten mit Schädel-Hirn-Verletzungen wurden zu dieser Zeit erstversorgt und anschließend gepflegt", ergänzt Stamm. Neurologische Rehabilitation sei kaum angewandt worden. Der ärztliche Direktor der Neuro-Reha, Dr. Gerhard Weber, ist von Klinikbeginn an dabei und erinnert sich zurück: "Die Patienten wurden so gut wie möglich, mit eher geringem rehabilitativem Ansatz in der Akutklinik weiterbehandelt und oft in mäßigem Zustand nach Hause oder in ein Pflegeheim verlegt."

Heute werden in der Klinik Menschen mit allen Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems betreut: Schlaganfälle, Schädel-Hirn-Verletzungen oder Mangeldurchblutungen. Viele Patienten können danach ein selbstbestimmtes Leben führen", erläuterte Stamm.

Es ist die Vielzahl an Versorgungsarten, die die Klinik für Neuro-Reha bayernweit einmalig macht: eine Klinik mit 90 Betten, eine Tagesklinik mit 10, eine Ambulanz, ein Pflegeheim und ein Nachsorgezentrum mit je 20 Plätzen. "Von der intensivmedizinischen Behandlung bis zur ambulanten Nachsorge passiert alles am Standort Regensburg", sagt Medbo-Vorstand Kurt Häupl.

Die Tatsache, dass "alles unter einem Dach ist", hebt auch Stamm hervor. "Eine Verlegung in andere Einrichtungen bringt oft lange Wege und Fahrzeiten mit sich."

"Wir brauchen ein Signal, was in den nächsten Jahren wichtig ist", fordert Stamm dazu auf, Wünsche für die Zukunft zu formulieren. Für Häupl ist das etwa der Ausbau der Rehaklinik. "Wir kommen mit unseren Kapazitäten langsam nicht mehr zu Rande." In naher Zukunft werde die Medbo dafür einen Antrag beim Bezirk stellen.

Bezirkstagspräsident Löffler selbst hätte gerne einen eigenen Lehrstuhl für diesen Bereich. "Die Neuro-Reha kann noch viel mehr", erklärt er. Weber, der seinen Vorrednern zustimmt, wünscht sich aber auch eines: "Die Menschen sollen auf sich aufpassen, dass sie gar nicht erst in einer solchen Klinik landen."
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