Rocker-Prozess: Wieder kein Licht im Dunkeln

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Regensburg
25.09.2015
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Der erhoffte Durchbruch blieb erneut aus. Auch am sechsten Verhandlungstag im Prozess gegen den NPD-Funktionär Sascha Roßmüller und vier weitere ehemalige Mitglieder des MC Bandidos Chapter Regensburg um die "Blutnacht von Straubing" (wir berichteten) ging es vor der 7. Strafkammer des Landgerichts Regensburg kaum voran.

Bevor weitere Zeugen herein gerufen wurden, bezeichnete einer der Verteidiger des seit Oktober letzten Jahres in Untersuchungshaft sitzenden Maschinenbauers (39) in einer Beschwerde über die Haftfortdauer diese als nicht verfassungskonform. Der Vorsitzende Richter Georg Kimmerl begnügte sich mit dem Hinweis, dass der für Regensburg zuständige 1. Strafsenat des Bundesgerichtshofs anderer Ansicht sei.

Auch die folgende Vernehmung des Polizeibeamten, der als erster am Tatort eintraf, konnte den Vorwurf des "schweren gemeinschaftlichen Landfriedensbruchs" nicht erhärten. Als er am Tatort eintraf, waren die Angreifer schon verschwunden. Ein Anrufer hatte zuvor die Polizeizentrale verständigt: "Etwa zehn Jugendliche haben gerauft. Jetzt ist keiner mehr da." Ein Passant gab den Hinweis "Da hinten läuft einer". Er folgte einer Person in Bandidos-Kluft, die ihm erklärte "Da war nichts". Durch die Ausweiskontrolle stellte er fest, dass es Roßmüller war, der sich "total ruhig und normal" verhielt. Dann habe er sich um die Absperrung gekümmert, da überall am Boden Blut war und Messer und feuerlöschergroße Reizgasbehälter herumgelegen hätten. Der Vorsitzende ordnete nach einem Hinweis an, dass die Polizei nochmals sämtliche Zeugenbefragungen durchgehen soll und die verwendeten Lichtbildtafeln vorlegen muss, da es teilweise nicht nachvollziehbar ist, wer wem was gezeigt hat.
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