Schauspieler Alexander Held schildert seine Erinnerungen bei den Domspatzen in Etterzhausen
Ab zur "Negermusik" in die Turnhalle

Alexander Held am Drehort des Films "Tannbach". Archivbild: dpa
Archiv
Regensburg
26.02.2015
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Er wollte zu den Regensburger Domspatzen, bestand die Aufnahmeprüfung und wurde genommen. Hat der Schauspieler Alexander Held ("Schindlers Liste", "Tannbach") damals in den 1960er Jahren etwas mitbekommen von Missbrauchshandlungen? Der 57-Jährige verneinte, als er am Dienstag in der ZDF-Talk-Show von Markus Lanz danach gefragt wurde.

Held, 1958 in München geboren und nach seiner Zeit in Etterzhausen und Regensburg auch mal erfolgreicher Torhüter bei den Junioren der Münchener Löwen, erinnerte sich dennoch nicht allzu gerne an seinen Aufenthalt im Internat des berühmten Nachwuchschors. "Die Strenge des Chorleiters habe ich mitbekommen", ließ er anklingen, als die Rede auf den damaligen Domkapellmeister und Papst-Bruder Georg Ratzinger kam. Im Jahr 1970 gab es dann ein Schlüsselerlebnis für Alexander Held, der gegenwärtig zu den am meisten gefragten Schauspielern Deutschlands zählt. In der Lanz-Show erzählte er, wie das war, als das heute legendäre WM-Fußballspiel zwischen Deutschland und Italien im Fernsehen lief. "Beim Stand von 2:2 ist dann der Präfekt gekommen und hat ausgeschaltet." Dies mit dem Bemerken, die jungen Sänger könnten sich jetzt wieder in die Turnhalle begeben und ihre "Negermusik" aufführen.

Hintergrund dabei: Held und seine Mitschüler hatten in ihrer Freizeit damit begonnen, das damals aktuelle Pop-Musical "Hair" einzustudieren. Das missfiel offenbar der Hausleitung.

Danach war Schluss für Alexander Held. "Wenn man für seine Begabung bestraft wird, kann das nicht der richtige Ort für mich sein", resümierte er für sich selbst und zog die Konsequenzen.
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