Seit Mitte Dezember mehr als 600 Flüchtlinge in Regensburgs aufgenommen
Erstaufnahmestelle voll belegt

An der Ausgabestelle für Sanitärprodukte halten Mitarbeiter Waschzeug und Babybedarf für die Flüchtlinge bereit. Archivbild: Gibbs
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Regensburg
15.01.2015
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Genau vor einem Monat hat Staatsministerin Emilia Müller die vorläufige Erstaufnahmestelle in Regensburg eröffnet. Seitdem haben in der Pionierkaserne im Stadtosten 632 Flüchtlinge aus 21 Ländern eine erste, sichere Bleibe gefunden, wie die Regierung der Oberpfalz am Mittwoch mitteilte. Die Menschen bleiben meist nur wenige Tage oder Wochen.

Stress vom ersten Tag an

Viel Zeit zum Eingewöhnen hatte das Team um Einrichtungsleiter Karl-Heinz Kreuzer nicht: Schon am Tag nach der Eröffnung kamen die ersten Flüchtlinge in der Unterkunft an. 200 Schlafplätze bietet ein bestehendes Gebäude auf dem Gelände der Pionierkaserne, weitere 80 wurden in Containern geschaffen. Schon nach kurzer Zeit war die Erstaufnahmestelle laut Regierung vor allem durch polizeiliche Direktzuweisungen voll ausgelastet. Auch aktuell seien alle Plätze belegt.

Die zentralen Aufgaben der Erstaufnahmeeinrichtung sind die Registrierung und die ärztliche Untersuchung der Flüchtlinge. An den Anmeldeschaltern warten Mitarbeiterinnen, die verschiedene Sprachen sprechen. Stets ist ein Arzt vom örtlichen Gesundheitsamt anwesend, um die Menschen zu untersuchen. Die Flüchtlinge werden entweder nach wenigen Tagen in andere Bundesländer oder nach etwa vier Wochen in bayerische Unterkünfte gebracht. Ausdrücklich dankt Regierungspräsident Axel Bartelt den beteiligten Behörden, der Stadt Regensburg, den kirchlichen und sozialen Verbänden, den freiwilligen Helfern und den Mitarbeitern der Erstaufnahmeeinrichtung für deren Einsatz - gerade über die Weihnachtstage. Besonders berührte den Regierungspräsidenten die Geschichte einer Flüchtlingsfamilie aus Afghanistan, in der am ersten Weihnachtsfeiertag ein kleines Mädchen geboren wurde. "Dann sieht man, unter welch schwierigen Verhältnissen manche Flucht verläuft oder - wie in diesem Fall - in Regensburg ein gutes Ende findet."

Nur eine Übergangslösung

Die Pionierkaserne entlastet die Auffangstellen in München und Zirndorf, ist aber selbst nur eine Übergangslösung: Die endgültige Erstaufnahmeeinrichtung für mehr als 500 Flüchtlinge soll bis Ende 2015 in der Regensburger Bajuwarenkaserne entstehen. Ziel der Staatsregierung ist es, in jedem Regierungsbezirk eine solche Einrichtung zu eröffnen.
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