Sogenannte "Legal Highs", derzeit legale Drogen, verursachten Bewusstlosigkeit - Handel in ...
Hoch gefährliche Kräutermischungen

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Regensburg
16.02.2015
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Der Großeinsatz spielte sich im Regensburger Gefängnis ab: Als vier Häftlinge am Freitag in den Abendstunden den Rauch von sogenannten Kräutermischungen inhaliert hatten, wurden sie bewusstlos und mussten in Krankenhäuser gebracht werden. Es bestehe aber keine Lebensgefahr, hieß es am Wochenende.

Kräutermischungen beschäftigen die oberpfälzischen Behörden seit langem. Sie sind leichter erhältlich als harte Drogen und gelangen auch in die Justizvollzugsanstalten. In der Vorwoche hätte vor dem Amberger Landgericht ein Berufungsprozess beginnen sollen, bei dem ein 28-Jähriger aus dem Raum Cham auf der Anklagebank gesessen wäre. Er kam nicht, meldete sich krank.

Hiebe gegen Sub-Dealer

Der junge Mann steht im Verdacht, während eines Haftaufenthalts in der JVA Amberg einen Handel mit Kräutermischungen und Subutex-Tabletten, begonnen zu haben. Als zwei Mitgefangene diese Geschäfte hinter Gittern mit ausführen sollten und das nicht so taten, wie der 28-Jährige es wollte, bekamen sie Hiebe. In erster Instanz war der Mann zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Ein neuer Termin wird angesetzt. Bereits im Vorjahr hatten Kräutermischungen eine Strafkammer des Amberger Landgerichts über Tage hinweg beschäftigt. Dabei ging es um einen jungen Mann aus Amberg, der die in ihrer Wirkung unberechenbaren Mischungen in großen Mengen herstellte und in Umlauf brachte.

Während der Verhandlung hatte ein Sachverständiger berichtet, dass es nordbayernweit unterdessen bereits etliche Todesopfer im Zusammenhang mit dem Genuss von Kräutermischungen gibt. Nach dem Vorfall in der Regensburger Haftanstalt hat das Polizeipräsidium erneut vor dem Genuss von Kräutermischungen gewarnt.

Mehrfach Rettungseinsätze

Schon in den Tagen zuvor hatte es in Regensburg mehrfach Rettungseinsätze gegeben, bei denen Personen solche Mischungen geraucht hatten und dann in Bewusstlosigkeit gefallen waren. Das "hoch gefährliche Zeug", wie es ein Polizeisprecher nannte, enthält womöglich synthetische Cannabinoide. Eventuell könnte auch Badesalz beigemischt worden sein. In Konsumentenkreisen werden diese Produkte dann als "Legal High" bezeichnet.
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