Stern am weiß-blauen Himmel

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Regensburg
23.05.2015
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Die Grundsteinlegung zum Museum der Bayerischen Geschichte am Donaumarkt in Regensburg war ein großer Tag für Bayern. Darin herrschte bei allen hochrangigen Gästen Einigkeit. Der gut gelaunte Ministerpräsident und Gastgeber Horst Seehofer geriet regelrecht ins Schwärmen. Auch wenn er zunächst mit kleinen Problemen zu kämpfen hatte.

Bei der feierlichen Grundsteinlegung auf der Baustelle am Donaumarkt befüllten Seehofer und die Minister Ludwig Spaenle, Joachim Herrmann, Landtagsvizepräsidentin Inge Aures, Regensburgs Oberbürgermeister Joachim Wolbergs, Peter Wolf vom Haus der Bayerischen Geschichte und Architekt Stefan Traxler eine Erinnerungsbox, die anschließend eingemauert wurde. Unter anderem steckten sie mehrere USB-Sticks, etwa Seehofers Regierungserklärung von 2008, eine Tageszeitung oder ein Geldsäckel hinein.

Bischof Rudolf Voderholzer und der Nürnberger Regionalbischof Stefan Ark Nitsche segneten den Grundstein. Beim Festakt in der Minoritenkirche hatte der Ministerpräsident unerwartete Probleme. "So ein bescheidenes Rednerpult ist mir noch nie untergekommen. Daran muss ich mich erst gewöhnen", sagte er mit Blick auf das mickrige Holzgestell, das dem Ministerpräsident nur bis zur Hüfte reichte. Aber er sei es ja gewohnt, dass Regensburg immer tief stapelt, merkte er in Richtung von Oberbürgermeister Wolbergs an. Der Bau des Museums der Bayerischen Geschichte sei ein Großereignis für ganz Bayern. 2008 erklärte er in einer Regierungserklärung erstmals seine Bau-Absicht. "Danach hat mich Hans Schaidinger (ehemaliger Regensburger Oberbürgermeister, Anm. d. Red.) überall aufgespürt, wenn ich mich auch nur in der Nähe von Regensburg aufhielt. Sogar in einer Autobahn-Raststätte stand er plötzlich vor mir." Doch Regensburg war eben nicht die einzige Bewerber-Stadt. Aber die Wahl sei die richtige gewesen. "Regensburg ist eine einzigartige Stadt. Jeder Stein hier atmet Geschichte. Regensburg hat das schönste und modernste Fußballstadion - eines Amateurvereins."

Sinnvolle Entscheidung

Seehofer sagte, dass sich mit der Entscheidung die teils lebhaft geführte Diskussion um den vermeintlich besten Standort erledigt hatte. "Das erlebt man in der Politik sehr selten und spricht für eine sinnvolle Entscheidung." Bayerische Firmen seien bei der Auftragsvergabe bevorzugt worden. Die Firma Gollwitzer aus Floß (Landkreis Neustadt/WN) sei beispielsweise mit den Tiefbauarbeiten bereits weit fortgeschritten.

Seehofers Wunsch war es, dass sich das Museum inhaltlich auf die jüngere Geschichte konzentriert. Der "beispiellose Aufstieg Bayerns" in den letzten zwei Jahrhunderten bilde künftig den Schwerpunkt des neuen "Sterns am weiß-blauen Himmel". Und Seehofer übte Druck auf die Planer und Firmen aus. "2018 bin ich noch im Amt und da habe ich mir den Eröffnungstermin bereits vorgemerkt. Zeitgleich feiert der Freistaat Bayern sein 100-jähriges Bestehen - eine bessere Kombination kann ich mir nicht vorstellen."

Mitmach-Museum

Der "neue Fixstern am bayerischen Kultur-Himmel" sei ein Mitmach-Museum - ein Museum von den Bürgern für die Bürger. Der Ministerpräsident rief alle auf, sich einzubringen. "Jeder kann und soll dem Museum persönliche Erinnerungen überlassen. Was ich beisteuern werde, weiß ich noch nicht. Da hoffe ich über Pfingsten auf eine göttliche Eingebung." Die bayerische Kultur habe Hochkonjunktur. "Der Stolz auf die eigene Kultur ist die Basis für den Respekt gegenüber anderen." Schon jetzt erfülle ihn Vorfreude auf die Eröffnungszeremonie in drei Jahren. "Dann gibt es hier hoffentlich auch ein anständiges Rednerpult."

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