"Tannbach": Forscher will neue Fassung

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Regensburg
14.01.2015
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Der oberbayerische Dialekt im ZDF-Dreiteiler "Tannbach" über das Schicksal des oberfränkisch-thüringischen Dorfes Mödlareuth sorgt weiter für Unmut. Der Regensburger Dialektexperte Ludwig Zehetner fordert, "Tannbach" zu synchronisieren - und zwar "mit stimmiger oberfränkisch-thüringischer Lautung und Klangfärbung". Es sei fatal, wenn alles, was in Bayern spielt, mit einem geglätteten Bairisch unterlegt werde, sagt der Honorarprofessor für bairische Dialektologie an der Uni Regensburg.

Der Passauer Sprachwissenschaftler Rüdiger Harnisch meint: "Drehbuch, Regie, Produktion, Sender und seine Sprecherin sind Ignoranten der sprachlandschaftlichen Vielfalt Deutschlands." In Mödlareuth werde fränkisch mit vogtländischer Prägung gesprochen. Die Filmemacher hätten sich zwar von Historikern beraten lassen. "Was aber das Elementarste jedes Films, die Sprache, betrifft, haben sie leider keine linguistische Expertise für nötig gehalten." Eine Nachsynchronisierung halte er aber nicht für sinnvoll. Bereits während der Ausstrahlung beschwerten sich Zuschauer über den Dialekt.
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