Touristik-Krise beendet

Regensburg hat für Touristen viel zu bieten. Die Tourismusbranche steht nun vor der Aufgabe, sich einig zu zeigen und die Angebote in der Domstadt für potenzielle Gäste in einem umfassenden Gesamtkonzept zu präsentieren. Bild: dpa
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Regensburg
06.02.2015
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Wieder einmal hat sich der klassische runde Tisch bewährt. Weil Regensburger Hoteliers gegen das Gebührensystem der Regensburger Tourismus-GmbH opponierten, war es zum Zerwürfnis gekommen. OB Wolbergs lud daraufhin zu einer Gesprächsrunde ein.

Kritikpunkt war, dass die Regensburger Tourismus-GmbH via Zimmervermittlung am Geschäft der Gastgeber mitverdiente. Viele unzufriedene Hotelbesitzer hatten sich danach zusammengefunden, um ein eigenes Tourismus-Portal zu gründen. "Mehr Miteinander statt Gegeneinander" ist die Botschaft, die aus der Gesprächsrunde "Tourismus in Regensburg" resultiert, zu der Oberbürgermeister Joachim Wolbergs am Dienstag Vertreter der Tourismusbranche in den Runtingersaal geladen hatte. Gemeinsam diskutierte man darüber, wie die Aufgaben der Zukunft harmonischer gemeistert werden könnten. Erklärtes Ziel müsse sein, alle Akteure mit in die Diskussion einzubeziehen.

Der OB schlug vor, die Arbeitsgruppe "Tourismus", die derzeit beim Stadtmarketing angesiedelt ist, aufzulösen und stattdessen den Beirat der Regensburg Tourismus-GmbH (RTG) aufzuwerten und mit Vertretern aller betroffenen Branchen zu besetzen. Die Federführung übertrug er dem Kulturreferenten, Klemens Unger, dessen Referat auch bisher schon für den Tourismus auf städtischer Seite zuständig war. Unger kommt aus der Touristikbranche und erntete dort Anerkennung.

Keine Hotelprovisionen

Darüber hinaus schlug Wolbergs vor, zum 15. März übergangsweise bis zum Sommer alle Hotelprovisionen der RTG auszusetzen. In dieser Zeit sollen neue Lösungen zur Tourismusfinanzierung auch unter Beteiligung der privaten Tourismuswirtschaft erarbeitet und dann zum 1. Juli in Kraft gesetzt werden. Währenddessen soll auch eine Lösung für ein neues Buchungsportal gefunden werden, das eine gleichwertige Präsentation aller Hotels und Gastronomiebetriebe der Region im Internet ermöglicht. Dem Stadtmarketing e.V. trug er auf, ein Veranstaltungskonzept speziell für die umsatzschwachen Monate zu erarbeiten.

"Es geht bei diesen Vorschlägen nicht darum, einzelne Personen oder Organisationen gegeneinander auszuspielen", unterstrich der OB. Vielmehr sei das Ziel, dass künftig Stadt, RTG und alle am Tourismus beteiligten weiteren Akteure partnerschaftlich zusammenarbeiten sollten, um das Beste für die Stadt zu erreichen.

Kathrin Fuchshuber, Sprecherin der Initiative "Hotels in Regensburg", zeigte sich von den Vorschlägen sehr angetan und erklärte die Bereitschaft, aktiv an einem neuen Tourismuskonzept mitarbeiten zu wollen. Auch Gästeführer und IHK-Vertreter äußerten sich zustimmend. "Wir freuen uns auf ein aussagekräftiges Tourismuskonzept, so wie es bereits im Welterbe-Managementplan der Stadt Regensburg vorgeschlagen wird", sagte auch Sabine Thiele, Geschäftsführerin der Regensburg Tourismus-GmbH.
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