Tüfteln, schrauben, machen

Elf Nachwuchsforscherinnen konnten bei Continental und an der OTH vier Tage lang in die Arbeit von Ingenieurinnen hineinschnuppern. Bild: ehi
Archiv
Regensburg
08.08.2015
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Roboter programmieren - das ist nur was für Jungs? Von wegen! Im "Forscherinnen-Camp", organisiert vom Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft, können junge Schülerinnen sich in Sachen Technik ausprobieren.

"Autonomes Fahren - Dein Blick in die Zukunft" lautete das Thema des "Forscherinne-Camps" bei Zulieferer Continental und der OTH in Regensburg. Elf Gymnasiastinnen und Fachoberschülerinnen ab 15 Jahren hatten von Montag bis Freitag die Möglichkeit, den Arbeitsalltag einer Ingenieurin zu erleben. Ziel der Nachwuchsforscherinnen war es, einen Roboter so zu programmieren, dass er selbstständig einen vorgegebenen Weg abfahren kann.

Die Programmierung des Roboters anhand von Grundlagen des autonomen Fahrens sei eine anspruchsvolle Aufgabe gewesen, erklärte Frank Reil von Continental bei der Camp-Abschlussveranstaltung in den Räumen der neuen Continental-Arena. "Ihr habt die Aufgabe aber sehr gut gelöst und das Prinzip der Längs- und Querregelung verstanden", lobte er den Nachwuchs, der seinen Roboter dem Publikum präsentierte. "Eure Motivation war zu spüren. Man hat gemerkt, dass ihr dahinter seid", ergänzte sein Kollege Thomas Gallner.

Es fehlen die Fachkräfte

Ziel der Veranstaltungsreihe ist es, Mädchen möglichst früh an technische Berufe heranzuführen. So sei in der Metall- und Elektrobranche nur jeder vierte Beschäftige eine Frau, betonte Hermann Brandl, Geschäftsführer der Oberpfalz-Geschäftsstelle des Camp-Hauptsponsors Bayme VBM (Verband Bayerischer Metall- und Elektro-Arbeitgeber). Aber auch allgemein würden in diesem Bereich Fachkräfte fehlen: "Wir freuen uns über jeden jungen Menschen, der sich für die Metall- und Elektrobranche interessiert", erklärte er.

"Wir suchen jede Möglichkeit, um junge Menschen für Technik zu begeistern", ergänzte Thomas Ebenhöch, Standortleiter von Continental Regensburg. Er betonte aber auch, dass es nicht Ziel sei, jemanden zu überreden, einen bestimmten Beruf zu erlernen. Das mache keinen Sinn, denn die Begeisterung müsse von selbst kommen. "Wir akzeptieren deswegen auch, wenn jemand nach so einer Veranstaltung feststellt, dass der technische Bereich nichts für ihn oder sie ist", ergänzte er. Das Unternehmen wolle aber zumindest die Möglichkeit bieten, in das Berufsfeld hineinzuschnuppern.

Die "Forscherinnen-Camps" finden in Bayern seit 2007 statt und sind Teil der Bildungsinitiative "Technik - Zukunft in Bayern". In diesem Jahr haben jeweils neun Unternehmen und Hochschulen solche Camps zu Beginn der Ferien veranstaltet. Neben Continental und der OTH in Regensburg waren das zum Beispiel Audi und Technische Hochschule in Ingolstadt, die OTH Amberg-Weiden und Grammer in Kümmersbruck.

Mit Bravour gemeistert

Bei Grammer waren bis Freitag zwölf Gymnasiastinnen und Fachoberschülerinnen aus Amberg, Neumarkt und Nürnberg am Werk. Grammer und die OTH hatten sie mit der Aufgabe betraut, eine ergonomische Armstütze für den Einsatz mobiler Computer und Tablet-PCs im Auto zu entwickeln und als Modell zu bauen. Beides meisterten die Mädchen im Alter zwischen 15 und 18 Jahren mit Bravour, lobten Firmen- und OTH-Vertreter.
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