Urdirndl und Bierfilzboden

Noch ist das Museum der Bayerischen Geschichte an der Donau eine Baustelle. Pünktlich zum 100. Geburtstag des Freistaates soll es im Mai 2018 eröffnet werden. Der Freistaat unterstützt die Errichtung des Gebäudes mit 63,9 Millionen, weitere 3,4 Millionen Euro zahlt die Stadt Regensburg. Bild: dpa
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Regensburg
26.09.2015
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Bayerns Schüler verbinden laut Umfrage mit ihrer Heimat vor allem das Oktoberfest und den FC Bayern München. Was der Freistaat noch zu bieten hat, zeigt ab 2018 das Museum der Bayerischen Geschichte. Dr. Richard Loibl erlaubt vorab einen kleinen Einblick.

Was das Museum besonders macht, verdeutlichte der Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte im Regensburger Presseclub. Ziel des Museum sei es, die Geschichte des Freistaats zu erzählen. "Geschichten erzählen liegt uns Bayern im Blut", erläuterte Loibl schmunzelnd. Dabei gehe es allerdings nicht um "Larifari". "Wir wollen eine Annäherung an die Wahrheit", betonte er.

Das soll allerdings nicht nur durch das Aufstellen von Tafeln passieren, dann könne man schließlich gleich ein Buch an die Wand nageln. Vielmehr wird das Museum der Bayerischen Geschichte viel mit Visualisierungen arbeiten - kurze Filme zum Beispiel.

Außerdem werden Teile der Geschichte Bayerns seit dem Jahr 1800 auf 36 Bühnen gezeigt, auf denen Relikte zu den verschiedenen Themen ausgestellt werden. Eine solche Bühne soll zum Beispiel illustrieren, wie Bayern auf der ganzen Welt bekannt wurde. Hier spielte nämlich das Bier eine große Rolle, wie Loibl berichtete. Hierzu habe das Museumsteam ein "Heiligtum" aufgetrieben: Die erste Kältemaschine mit der das bayerische Nationalgetränk auch in weiter entferne Länder transportiert werden konnte.

Gabi Weißhäupls Urdirndl

Ebenfalls bald im Museum zu sehen: das "Urdindl". In den 80er Jahren sei man noch mit Jeans und Lederjacke auf das Oktoberfest gegangen, erklärte Loibl. Erst Gabriele Weißhäupl, die als Tourismuschefin ab 1985 für die Wiesn zuständig war, etablierte diesen Trend. Sie wollte für das Oktoberfest etwas Besonderes tragen und zog das Dirndl ihrer Oma an. "Das kam so gut an, dass sie sich ein Jahr später eines in schwarz-gelb, den Münchner Farben, schneidern ließ - von da an pflanze sich dieser Trend fort", erzählte Loibl. Weißhäupl werde beide Kleider dem Museum der Bayerischen Geschichte vermachen.

Insgesamt soll das Museum ein "Lern- und Kommunikationsort" mit einer gewissen Besucherorientierung werden. Denn eines stellte Loibl klar: Es wird keine klassischen Aufseher geben, die nur darauf achten, dass niemand die Ausstellungsstücke anfasst. Vielmehr wird es sich bei den zukünftigen Mitarbeitern um einen "Besucherservice" handeln - um Ansprechpartner, die sich in der Materie auskennen, die die Besucher vielleicht auch auf das eine oder andere Ausstellungsstück hinweisen.

Biere aus ganz Bayern

Ebenfalls zur Kommunikation und zum Austausch beitragen wird vermutlich das museumseigene Wirtshaus. Das übrigens keine Brauereibindung haben wird. "Das geht ja gar nicht, dort müssen Biere aus ganz Bayern probiert werden können", erklärte Loibl. Besonders wird auch der Boden des Wirtshauses sein: Dort wird ein Bierfilz von jeder Bayerischen Brauerei zu sehen sein.

Keine konkrete Antwort hatte Loibl an diesem Abend schließlich auf eine Frage: Wieviel wird der Eintritt in das Museum kosten? "Ich bin eher einer, der sagt, wenn wir uns das schon leisten, sollten wir konsequent sein und keinen Eintritt verlangen", antworte er, fuhr dann aber fort, dass es in Bayern allerdings auch heiße "Was nichts kostet, ist nichts wert".
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