Urteil gegen den mutmaßlichen Regensburger Auto-Feuerteufel fällt am 13. Oktober
Freispruch oder Psychiatrie

Der mutmaßliche Feuerteufel wird in den Gerichtssaal geführt. Archivbild: dpa
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Regensburg
02.10.2014
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Handelt es sich bei dem auf der Anklagebank sitzenden 47-jährigen ehemaligen Briefträger aus dem westlichen Landkreis Regensburg um den Mann, der Anfang letzten Jahres die Bürger der Stadt und im Landkreis Regensburg in Angst und Schrecken versetzte? In dem seit Mai andauernden Indizienprozess ist nach 17 Verhandlungstagen die Staatsanwaltschaft weiter davon überzeugt.

Am Mittwoch forderte sie für den während des gesamten Verfahrens schweigenden Angeklagten eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und seine anschließende Unterbringung in der Psychiatrie. Sein Verteidiger hingegen plädierte auf Freispruch. Am 13. Oktober wird die 7. Strafkammer des Landgerichts Regensburg unter Vorsitz von Richterin Bettina Mielke das Urteil verkünden.

Wie berichtet hatte der Feuerteufel erstmals Mitte Januar letzten Jahres zugeschlagen. Dabei brannte in Regensburg ein Mazda aus, zwei Wochen später war es ein Audi A 6. Noch während dieser Löscharbeiten erreichte die Feuerwehr eine weitere Einsatzmeldung, diesmal ging es um einen BMW X 5. Die Serie setzte sich bis April fort. Dabei handelte der Täter immer nach dem gleichen Strickmuster und führte die Taten stets an einem Freitag aus. Neben den Fahrzeugen wurden auch Carports beschädigt. In zwei Fällen bestand zudem die Gefahr, dass das Feuer auf Wohngebäude übergreift, weshalb hier die Anklage auf "schwere Brandstiftung" lautet. Am Ende belief sich der gesamte Sachschaden auf 412 500 Euro. Ein Feuerwehrmann wurde beim Einsatz verletzt. Im April hörte der Spuk auf.

Nach mehr als 500 Hinweisen aus der Bevölkerung war der Angeklagte in das Visier der Ermittler geraten, als er nachts in der Nähe eines Brandortes mit seinem Fahrrad angetroffen wurde. Zeugen hatten zuvor - so die Anklagevertreterin - einen Radfahrer gesichtet, auch seien in der Nähe eines Brandortes solche Fahrradspuren gesichert worden. Sowohl in seiner Kleidung, als auch in der Wohnung seien Feuerzeuge gefunden worden - obwohl der Angeklagte in der Gegenwart von Kollegen und Polizeibeamten nie rauchte. Als weiteres Indiz wertete die Staatsanwältin die Äußerungen des Angeklagten gegenüber seiner Schwester, die bei einer Telefonüberwachung mitgeschnitten wurden. Ihr gegenüber meinte er einmal: "Wenn sie genau nach-gschaut hätten, hätten sie vielleicht etwas gefunden." Und ein anderes Mal: "Ich könnte schon zugeben, dass ich es war, aber nur, wenn keine Zeugen dabei sind." Eindeutig sei schließlich das Ergebnis, welches der Einsatz von Personensuchhunden brachte. Danach war der Angeklagte an allen Brandorten, wenngleich man nicht sagen könne, wann dies war. Nachdem der Angeklagte in den Fokus der Ermittler geraten war, riss die Brandserie ab. Auch konnte kein anderer Täter ermittelt werden.
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