Vorarbeiten liegen im Plan

Bagger schaufeln, Archäologen graben: Am Regensburger Donaumarkt laufen die Arbeiten auf Hochtouren, damit Anfang 2015 der Bau des Museums der Bayerischen Geschichte beginnen kann. Bild: Gibbs
Archiv
Regensburg
16.10.2014
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Endspurt am Regensburger Donaumarkt: Die Stadt will die baulichen und archäologischen Vorarbeiten noch heuer abschließen. Ab 2015 wird der Platz zur Museumsbaustelle.

Den Planern der Stadt Regensburg ist die Erleichterung anzumerken. In einem Vertrag mit dem Freistaat Bayern hat sich Regensburg verpflichtet, den Donaumarkt bis Anfang 2015 für das Museum der Bayerischen Geschichte baureif machen. Bislang liegt die Stadt im Zeitplan - jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen.

"Unsere Arbeit ist größtenteils abgeschlossen", erklärte Planungs- und Baureferentin Christine Schimpfermann am Mittwoch beim Ortstermin zufrieden. "Wir hatten Glück mit der Firma und auch mit dem Wetter, dieses Jahr gab es kein Hochwasser." Die Hauptaufgabe der vergangenen Monate war es, den Hauptsammler Süd im Regensburger Kanalnetz zu verlegen. Der Hauptsammler, in den viele Kanäle aus der Altstadt und dem Stadtwesten münden, lag im künftigen Baubereich des Museums und musste um einige Meter nach Norden versetzt werden. 1,35 Millionen Euro kosteten die Kanalbauarbeiten.

Neue Promenadenmauer

Bereits im Frühjahr waren sowohl das Gebäude am Hunnenplatz 5 sowie einige Ruinen auf dem Büchner-Areal abgerissen worden. Bis Ende des Jahres werden mehrere Flächen am Donaumarkt asphaltiert, damit Baustellenfahrzeuge anfahren können und Baumaterial gelagert werden kann. Wenn der Freistaat ab Frühjahr 2015 mit dem Museumsbau beginnt, hört die Arbeit für die Stadt Regensburg nicht auf: Sie wird dann die Errichtung der neuen Promenadenmauer angehen. Die abschließenden Arbeiten 2014 stehen im Zeichen der Archäologie.

"Wir versuchen mit allen Mitteln, im Zeitplan zu bleiben und bis Ende des Jahres mit den Ausgrabungen fertig zu sein", sagte Stadtarchäologe Lutz Dallmeier. Täglich schicke man Stoßgebete zum Himmel, dass der Boden nicht zu früh zu gefrieren beginnt. Der jüngste Fund der Grabungen ist ein sehr altes Stück Stadtmauer aus dem 11. Jahrhundert. Bewahrt werden kann die historische Mauer zu Dallmeiers Bedauern nicht. "Sie hat starke Schlagseite, wir können sie nur ausgraben und dokumentieren."

Immer wieder stoßen die Archäologen auch auf vereinzelte Gräber. Hierbei müssten die Spezialisten sehr vorsichtig vorgehen, was zeitaufwendig sei, erklärte Dallmeier. Auch 2015 werden die Untersuchungen fortgesetzt, dann allerdings nicht mehr auf dem Museums-Areal, sondern in Donaunähe.

Strecke weiter gesperrt

Die Mammut-Baustelle am Donaumarkt hat auch weiterhin Auswirkungen auf den Stadtverkehr. Bereits seit April dürfen aus dem Stadtsüden kommende Autos nicht Richtung Norden über die Eiserne Brücke fahren. Diese Sperrung bleibt voraussichtlich bis zur Fertigstellung des Museums 2018 erhalten, der Verkehr wird über die Nibelungenbrücke umgeleitet. Der Grund: Wo bisher die Kanalbaustelle die Fahrbahn verengte, wird künftig eine Baustelleeinrichtung für das Museum entstehen.

Ausgenommen von der Sperrung Richtung Norden ist weiterhin der Busverkehr. Der Nahverkehr wird zudem entlastet, weil auf der Fahrbahn auf dem St.-Georgen-Platz ein zweiter Streifen eingerichtet wird.
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