Wasser wichtiger als Gas

Die Führungsriege mit Hubert Weiger, Raimund Schoberer, Hans Lengdobler, Richard Mergner (von links) hat viel vor. Bild: BUND
Archiv
Regensburg
28.02.2015
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Nach zahlreichen Projekterfolgen im vergangenen Jahr, will sich der Bund Naturschutz in diesem Jahr unter anderem weiter gegen das Fracking im Weidener Becken engagieren.

"Insgesamt fühlen wir uns durch den wachsenden Zuspruch der Menschen in der Oberpfalz gestärkt" - mit diesen Worten eröffnete Professor Hubert Weiger, der bayerische Landesvorsitzende des Bund Naturschutz, das Pressegespräch zur "Grünen Bilanz" seines Vereins. Knapp 16 000 Mitglieder sind derzeit in der Oberpfalz gemeldet - 215 000 sind es in ganz Bayern.

"Diese Zahlen zeigen uns, dass der Naturschutz von immer mehr Menschen als Anliegen erkannt wird, das auch für sie wichtig ist", erklärte Weiger und ergänzte, dass viele Erfolge im vergangenen Jahr nur durch die Unterstützung der Bevölkerung möglich gewesen seien: Bayernweit haben sich die Menschen für Gentechnikfreiheit sowie den Stopp der umstrittenen Handelsabkommen TTIP und CETA eingesetzt. In der Oberpfalz konnte unter anderem eine Anlage zur Tiefengrundwasserentnahme in Teublitz verhindert werden. Ebenso erzielte der Bund Naturschutz 2014 eine Kompromisslösung bezüglich des geplanten Ausbaus der B 299 über den Hessenreuther Berg in den Landkreisen Tirschenreuth und Neustadt/WN.

Fracking einstellen

Trotz der vergangenen Projekterfolge gebe es für den Bund Naturschutz aber auch 2015 einiges zu tun: Ein wichtiges Ziel sei der Kampf gegen Fracking im sogenannten Weidener Becken. "Wasser ist wichtiger als billiges Gas", unterstrich Weiger die Forderung des Bund Naturschutzes, dieses Projekt einzustellen. Weitere Punkte sind außerdem der Flächenverbrauch sowie der Umgang mit Flüssen und Gewässern.

Als Beispiel nannte Richard Mergner, Landesbeauftragter des Bundes Naturschutz, den rund 80 Hektar großen Weidener Staatswald, der einem Gewerbegebiet weichen soll.

Die Umwandlung von Natur- zu Gewerbeflächen sowie die Verdrängung der traditionellen Landwirtschaft stehe, so Mergner, unmittelbar in Zusammenhang mit den Rückgang der Artenvielfalt in Pflanzen- und Tierwelt.

Gegen Wasserkraftanlage

Bezüglich der Oberpfälzer Gewässer stehen das Pielmühler Wehr bei Lappersdorf sowie der Eixendorfersee im Landkreis Schwandorf auf der Agenda der Naturschützer. An beiden Stellen soll eine Wasserkraftanlage gebaut werden.

"Eine Wasserkraftanlage am Pielmühler Wehr wird mehr Probleme bringen als Nutzen", meinte Hans Lengdobler, stellvertretender Vorsitzender der Kreisgruppe Regensburg. "Die Flussökologie sowie die Fischfauna werden massiv bedroht. Außerdem sind die Auswirkungen auf die Regensburger Trinkwasserversorgung nicht ausreichend untersucht - die Brunnen liegen in unmittelbarer Nähe".
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