Wie sich Oberpfälzer Kliniken auf den Ebola-Ernstfall vorbereiten
Mit Planung isolieren

Die Schnelleinsatzgruppe für Infekte der Oberpfälzer Malteser übt regelmäßig für den Ernstfall. Sie würde Ebola-Kranke zur Spezialstation nach München transportieren. Bild: Gibbs
Archiv
Regensburg
09.10.2014
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In Spanien ist es zur ersten Ebola-Infektion innerhalb Europas gekommen. Wie gut wäre Ostbayern gerüstet, wenn die gefährliche Krankheit hier auftritt - und wie kann eine weitere Ausbreitung verhindert werden?

Das Universitätsklinikum Regensburg (UKR) verweist darauf, dass in Bayern das Klinikum München-Schwabing für die Behandlung solcher Patienten ausgerüstet ist. Sollte in der Oberpfalz ein Ebola-Fall auftreten, würde man den Betroffenen dort hinbringen. Dennoch haben sich die Kliniken in Ostbayern auf den Ernstfall vorbereitet. So hat das St.-Marien-Klinikum in Amberg einen Notfallplan erarbeitet. Und Rita Stadler von der Kliniken Nordoberpfalz AG in Weiden erklärt, ihr Haus habe den Ebola-Virus-Ausbruch in Westafrika seit Monaten auf dem Schirm. Die Mitarbeiter wurden theoretisch und praktisch geschult.

Nur kurz lokal

"In allen Häusern der Kliniken Nordoberpfalz AG, die eine Notfallversorgung anbieten, wurden bereits Anfang September Informationsveranstaltungen durchgeführt." Laut Stadler wurde virendichte Schutzausrüstung in allen Häusern bevorratet und mittlerweile aufgestockt. Auch der Umgang damit wurde den Beschäftigten nahegebracht. Primäres Ziel sei es aber, etwaige Verdachtsfälle zu identifizieren. Dann solle ein Patient in dem Umfeld verbleiben, in dem er den ersten Kontakt mit dem Gesundheitssystem (direkt oder telefonisch) hatte. Das bedeutet: "Die Hilfskräfte kommen in Schutzausrüstung zu ihm nach Hause oder in eine Praxis. Soweit medizinisch vertretbar, wird er dort behandelt", erklärt Stadler.

Falls sich ein Verdacht erhärtet, werde der Patient innerhalb von sechs Stunden mittels Spezialtransport in eine Sonderisolierstation verlegt. "Eine längere Behandlung in einer lokalen Klinik ist nicht vorgesehen", betonte Stadler. Wichtig sei auch, alle Kontaktpersonen des möglicherweise Infizierten zu erfassen und unter Beobachtung zu stellen.

Spezialtransport

Wie in Weiden, so tritt auch in Regensburg bei Ebola-Fällen ein Notfallplan in Kraft, der für ernsthafte Erkrankungen und Epidemien ausgearbeitet worden ist, erklärte eine Sprecherin des UKR. Den Transport nach München würde die Schnelleinsatzgruppe Infekt Oberpfalz der Malteser übernehmen. Sie verfügt über die notwendige Infektionsschutzausrüstung.
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