34. Bayerischen Theatertage in Regensburg
„Wildes Bayern“auf der Bühne

Der wilde Hase hat Regensburg im Visier. Ungestümes Theater ist für die Donaustadt aber ein Grund zur Freude. Repro: Wolke
Kultur
Regensburg
11.05.2016
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Mit der Ruhe ist es in Regensburg bald vorbei. Zumindest wenn die 34. Bayerischen Theatertage, die vom 28. Mai bis zum 10. Juni in der Oberpfalzmetropole stattfinden, ihrem Namen gerecht werden. Das Festival bringt mehr als 30 Bühnen aus ganz Bayern als Gäste in die Domstadt.

Aus der Ruhe bringen lassen braucht sich das Regensburger Publikum angesichts der insgesamt 55 Inszenierungen aber nicht. Auch wenn - oder gerade weil - Jens Neundorff von Enzberg geradezu provokativ verkündet: "Wildes Bayern - ich kann mir vorstellen, dass dieses Motto in Regensburg den einen oder anderen überraschen wird."

"Doch ehrlich gesagt, warum eigentlich?" wirft der Intendant des Theaters Regensburg in die Runde. Ja, warum eigentlich? Mit dem forschen Hasen, der das Programm der Theatertage ziert, wird Regensburg schon fertig. Und hoffentlich auch mit dem Inhalt der Theatertage, um den es von Enzberg eigentlich geht.

Jugend gut vertreten


"Klar, Theater hat nach wie vor seinen bildungspolitischen Auftrag", fährt der Intendant nämlich geradezu in Erklärungsnot fort. "Aber - und dies war einer der Hauptgründe bei der Wahl des Mottos - Theater kann und soll auch unterhalten, verführen und gerne auch wild sein."

Entschuldigen braucht sich Jens Neundorff von Enzberg für den offenbar auf hohen Unterhaltungswert angesetzten Inhalt der diesjährigen Theatertage nicht. Weder dafür, dass der Anteil des Kinder- und Jugendtheaters diesmal so groß ist wie nie zuvor. Noch dafür, dass es darin mitunter recht ungezügelt zugeht.

Zum vierten Mal finden die Bayerischen Theatertage heuer in Regensburg statt. Das Bühnenfestival, das seit seiner Gründung 1983 jedes Jahr Theaterproduktionen aller renommierten Bühnen Bayerns zusammenbringt, gibt sich diesmal betont unbrav.

"Unter dem Motto ,Wildes Bayern' ist ein vielversprechendes Programm entstanden", findet auch die Präsidentin des Deutschen Bühnenvereins, Prof. Barbara Kisseler. "Und zwar nicht nur, weil darin Nashörner, Kängurus, Räuber und Hexen vorkommen, sondern weil es ,wild' im besten Sinne ist: mutig, manchmal ungestüm und unangepasst, immer eine unbändige Lust und Freude am Theater vermittelnd."

Keine Gemütlichkeit


Eines zeichnet sich angesichts dieser Ankündigung ab: Mit der Gemütlichkeit ist es erst einmal vorbei. Macht nichts. Aus der Ruhe bringen lassen braucht sich Regensburg deshalb noch lange nicht.

Die 34. Bayerischen Theatertage finden vom 28. Mai bis zum 10. Juni auf den Bühnen des Theaters Regensburg statt. Karten und das Programm gibt es im Theater am Bismarckplatz oder im Internet unter www.theaterregensburg.de und unter www.bayerische-theatertage.de.
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