Audimax Regensburg
Konzert des Londoner Orchester "Academy of St. Martin in the Fields"

Kultur
Regensburg
20.01.2016
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Eigentlich ist es ja schon ein Höhepunkt der Klassik wenn das legendäre Londoner Orchester "Academy of St. Martin in the Fields" unter der Leitung des Violinisten Joshua Bell in einem Konzert zu erleben ist. Wenn dann aber auch noch der britische Violoncellist Steven Isserlis mit von der Partie ist, dann macht das so einen Abend nochmals interessanter.

Filigran und sensibel


Und die Qualität dieses Gastspiels im Rahmen der Regensburger "Odeon-Concerte" zeigt sich bereits in der einleitend ausgeführten Komposition "Waldesruh" für Violoncello und Orchester " op. 68 Nr. 5 von Antonin Dvorák.

Es ist ein beeindruckendes Erlebnis, zu spüren, wie filigran und sensibel Steven Isserlis hier zu Werke geht und zusammen mit dem von Bell vom Konzertmeister-Platz aus hervorragend geleiteten Orchester eine eingeschworene Einheit bildet.

Dass Joshua Bell aber mehr ist, als ein Violinist, der vom Konzertmeister-Platz aus ein Orchester leitet, wird in der anschließenden Interpretation von Ludwig van Beethovens fünfter Sinfonie deutlich.

Denn hier zeigen sich die leiterischen Qualitäten dieses Künstlers auf fesselnde Weise. Selten hört man eine solch leidenschaftliche und gleichzeitig so gut abgestimmte und geschlossene Aufführung dieses berühmten Werks.

Allein schon wie er das Orchester bei den prägnant und imposant ausgeführten Tutti-Sforzati am Schluss des Finalsatzes im Griff hat, verdient höchste Anerkennung.

Aber auch das transparent ausgeführte Fugato im dritten Satz, das mit Leidenschaft ausgeführte Schicksalsthema im Kopfsatz und die Feierlichkeit im Thema des Andante können überdurchschnittlich beeindrucken.

Ausgezeichneter Solist


Nach der Pause zeigt Bell dann in Benjamin Brittens "Elegy für Violine und Orchester" nach Robert Schumanns Violinkonzert in d-Moll auch seine solistischen Fähigkeiten inklusive der wunderschön ausgeführten Flageolett-Töne am Ende. Zusammen mit Steven Isserlis zelebriert Bell abschließend regelrecht das Konzert für Violine, Violoncello und Orchester in a-Moll op. 102.

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang auch, wie ausdrucksstark und sauber intoniert Isserlis hier die Doppelgriffe ausführt. Dass es vor dem sichtlich begeisterten Publikum im gut gefüllten Audimax der Regensburger Universität dann eine Zugabe gibt, ist verständlich, so kann man dieses außergewöhnliche Klangerlebnis mit auf den Nachhauseweg nehmen.
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