Ausstellung der Künstlerinnen-Gruppe „subkutan“ im Neuen Kunstverein in Regensburg
Weibliche Signale gehen unter die Haut

Georgia Templiner, Verena Rempel, Berit Holzner und Jutta Schmitt (von links) bilden die Würzburger Gruppe "subkutan" und stellen derzeit im Neuen Kunstverein Regensburg aus. Bild: Wolke
Kultur
Regensburg
25.02.2016
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An diesen vier Damen kommt so leicht keiner vorbei. Die Künstlerinnen-Gruppe "subkutan" aus Würzburg stellt im Neuen Kunstverein in Regensburg aus. Rot-weiß scheint das Markenzeichen der Frauen zu sein, zumindest was die Kleidung betrifft.

Von Susanne Wolke

Und in rot-weiß steht die Würzburger Künstlerinnen-Gruppe "subkutan" auch im Neuen Kunstverein in Regensburg. Ein personifiziertes Signalsymbol, das den Weg zu seinen Arbeiten jedoch nicht versperrt, sondern ebnet. Die Hintergründe zu ihren Werken erläutern die vier Künstlerinnen selber und mit großer Motivation. Verena Rempel, Jutta Schmitt, Berit Holzner und Georgia Templiner: Das sind die Gäste aus Würzburg, die derzeit im Neuen Kunstverein in Regensburg ausstellen. Jede von ihnen hat eine Auswahl markanter Arbeiten im Gepäck.

Fleischlich-bunte Arbeiten


Bei Verena Rempel dreht sich dabei alles um die Hände. Auch wenn dies auf den ersten Blick nicht so scheint. Wuchernde Dschungelbilder und florale Arabesken, das ist es, was der Betrachter zunächst zu sehen glaubt. Tatsächlich jedoch setzt sich jedes einzelne Detail zusammen aus Fingern, Handrücken und Armgelenken. Es sind Verena Rempels eigene Hände, die sie fotografiert, vervielfältigt, neu zusammenstellt und anschließend ausdruckt. Mit verblüffender Wirkung. Die fleischig-bunten Arbeiten ziehen in ihren Bann.

Weniger Farbe, dafür aber ein ebenso ungewöhnliches Rohmaterial verwendet Jutta Schmitt. Die Mutter dreier Kinder machte den Spagat zwischen Beruf und Erziehung einst zum Erfolgsrezept. Kleine Skizzen, die ihre Sprösslinge fortan zu liefern hatten, übernimmt die Künstlerin und setzt sie auf ihre eigene Weise neu zusammen. Da gibt es Männchen, Fabelwesen und wundersame Landschaften, die in schwarz-weißen Linolschnitten oft nur angedeutet sind. Mittlerweile sind die Kinder von Jutta Schmitt erwachsen. In den Schubladen der Künstlerin lagert allerdings noch ein Nachschub an kleinen Zetteln, der für viele weitere Schaffensjahre reichen dürfte.

Gewissermaßen mit Fundstücken arbeitet auch Berit Holzner. Die Gebilde der Künstlerin bestehen aus Stoff, Papier, Wachs und Aquarellfarbe. "Es beginnt oft mit einer abstrakten Idee", erklärt Berit Holzner den Werdegang ihrer grazilen Arbeiten. Anschließend beginne ein wechselseitiger Prozess zwischen Künstlerin und Arbeit. In eine Reihe von plötzlichen Eingriffen werden die Fundstücke dabei umdefiniert - bis sie zu Klumpen und Knüllungen werden, die Berit Holzner schonungslos beschreibt: "Zerbrechlich, verletzlich, intim, hauchdünn wie getrocknete Haut, fein und eklig."

Aufgebrochene Hüllen


Georgia Templiner schließlich widmet sich seit geraumer Zeit einem besonderen Thema: dem Kokon. Zu Beginn ihrer oft aufgebrochenen Hüllen aus Tesafilm, Gips und anderen Materialien standen zweierlei Ausgangspunkte: eingewickelte Figuren sowie Stillleben mit Gemüse. Aus einer Art Symbiose zwischen eingewickeltem Kopf und Paprikaschote hat sich dann eine eigenständige Werkgruppe entwickelt. Die Kokons gibt es bei Georgia Templiner als Skulptur und Gemälde.

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Die Ausstellung mit Werken der Gruppe "subkutan" läuft bis zum 12. März im Neuen Kunstverein Regensburg, Am Schwanenplatz 4. Öffnungszeiten: Donnerstag und Freitag von 16 bis 19 Uhr, Samstag von 12 bis 15 Uhr. Informationen unter www.neuerkunstverein.de.
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