Ausstellung des Kunst- und Gewerbegebiet Regensburg
Aber bitte mit Farbe und Biss

Das Mischwesen Marc Dietels und der Drache Marc Taschowskys rocken derzeit in einer krachigen Ausstellung des Kunst-und Gewerbevereins Regensburg. Bild: Wolke
Kultur
Regensburg
23.06.2015
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Messerschwingende Frauen und fauchende Drachen: Die aktuelle Ausstellung des Kunst- und Gewerbevereins Regesnburg gibt sich nicht gerade zimperlich.

Der Kunst- und Gewerbeverein Regensburg hat Farbe geleckt. "Black is not for sale", weiß man dort spätestens seit der jüngsten Ausstellung. Der Name dieser Schau war offenbar mehr Erkenntnis denn Titel. Jedenfalls lassen es die Kuratoren auch bei der Folgeveranstaltung ordentlich krachen.

Marc Dietel, Irene Fastner und Marc Taschowsky heißten die Künstler, die sich in der aktuellen Ausstellung des Kunst- und Gewerbevereins präsentieren. Auffälligste Gemeinsamkeit der drei: eine geradezu dreiste Buntheit, eine lustvolle Spielerei mit Farben und Formen und eine wenig zimperliche Konfrontation des Betrachters mit Bildern, die sich nicht selten an der Grenze des guten Geschmacks bewegen.

Bewegende Werke

Zurückhaltend und subtil, das ist diese Ansammlung von Bildern und Skulpturen sicher nicht. Groß, grell, plakativ, so fordern die Arbeiten den Rezipienten heraus. Auch zur Meinungsäußerung. Zwischen "faszinierend", "kitschig" und "Das kann ich auch!" sind alle Auslegungsmöglichkeiten drin. Eines muss man den vertretenen Künstlern also lassen: Ihre Werke bewegen.

Einem schaurig-schönen Gruselkabinett gleich ergänzen sich die Arbeiten von Irene Fastner, Marc Taschowsky und Marc Dietel. Zunächst sind da die in bewusster Naivität gehaltenen, archaischen Bilder Irene Fastners. Die in Zwiesel geborene und heute in München lebende Künstlerin portraitiert in der Regel Frauen und charakterisiert diese mit leicht verständlichen, aber mehrdeutig auslegbaren Attributen.

Fastners Protagonistinnen halten Blumen, Äxte und Gewehre in der Hand. Sie stehen dem Betrachter frontal und mit beiden Beinen fest auf dem Boden gegenüber, farbenfroh bekleidet und mit Schmuck behangen. Frauen zwischen "Angry Mama"und Vodoo-Queen. Gerne in eine exotische Szenerie versetzt, beinhalten die Darstellungen klappernde Gerippe ebenso wie eine üppig wuchernde Vegetation.

Elemente der Pop-Kultur

Den Hang zum Exotischen teilt Irene Fastner mit ihrem Kollegen Marc Taschowsky aus Berlin. Der allerdings kombiniert seine Tiger, Gorillas und Drachen mit prägnanten Elementen der Pop-Kultur. Genüsslich bewegt sich der Künstler mit seinen Ölgemälden am Rande des Trash. Bikini-Schönheiten treffen hier mit Comic-Figuren aufeinander. Sophia Loren hängt in einer Porträtfolge mit Miss Piggy. Snoopy und Dracula, der Räuber Hotzenplotz und Merlin lassen grüßen.

Die Vorliebe fürs Schauerliche verbindet Marc Taschowsky und Irene Fastner mit dem dritten Künstler im Bunde: Marc Dietels Zeichnungen und Styroporskulpturen toppen die Arbeiten der beiden anderen mit ihrer bewussten Unschönheit. Mischwesen aus Mensch und Tier, verdrehte Körper und bösartige Fratzen verwischen hier oft die Grenze zwischen Objekt und Gegenstandslosigkeit. Seine Zeichnungen fertigt Dietel anhand einer einzigen Linie.

In der aktuellen Ausstellung des Kunst- und Gewerbevereins sorgen die Werke des bei München lebenden Künstlers für eine leichte Reduzierung des Farbkanons. Ansonsten fügen sie sich bestens ein in eine Schau, die bewegen will und bewegen muss.

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Die Ausstellung "Marc Dietel. Irene Fastner. Marc Taschowsky" läuft bis zum 19. Juli im Kunst- und Gewerbeverein Regensburg, Ludwigstraße 6. Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag von 12 bis 18 Uhr. Weitere Informationen gibt es unter Telefon 0941/58160 oder unter www.kunst-und-gewerbeverein.de.
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