Ausstellung im "Leeren Beutel"
Skulpturen und Grafiken von Seff Weidl

Seff Weidl war ein sudetendeutscher Nachkriegskünstler mit internationalem Erfolg. Dennoch fehlt der Gedächtnisausstellung im Leeren Beutel das Feuer. Bild: Wolke
Kultur
Regensburg
26.01.2016
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Der "Leere Beutel" würdigt den sudetendeutschen Künstler Seff Weidl mit einiger Verspätung zum 100. Geburtstag. Und auch sonst ist die Ausstellung in Regensburg ziemlich überholt.

Weltweiter Erfolg: Das attestieren die Macher der Städtischen Galerie Regensburg dem sudetendeutschen Bildhauer und Grafiker Seff Weidl. Zu Recht. Der 1972 Verstorbene machte als einer der ersten deutschen Nachkriegskünstler Karriere in den USA. Mit seinen architektonisch-reduzierten Grafiken einerseits und den massigen Plastiken andererseits traf Weidl damals den Nerv der Zeit.

Dennoch: Rund 70 Jahre später ist irgendwie die Luft raus. Das vermittelt die Schau im "Leeren Beutel" selbst. Die derzeitige Präsentation der Skulpturen und Grafiken Weidls ist eher lau. "Seff Weidl und die abstrakte Figuration" lautet der Titel der Ausstellung. Anlass ist der 100. Geburtstag des Künstlers, der sich am bereits 25. Juni des vergangenen Jahres jährte und nun schon eine Weile her ist.

Vertraute Gestalten


Für einen Zeitraum von nur drei Wochen wurde Weidl jetzt erst im Ausstellungskalender des "Leeren Beutels" untergebracht. Eher pflichtbewusst denn begeistert wirkt also die Präsentation. Die gezeigten Werke, die im Begleittext treffenderweise als "streng architektonisch gegliedert" bezeichnet werden, tragen wenig dazu bei, diese Stimmung zu verbessern.

"Spannungsgeladen" sind die Formationen und Linien, die die Blätter überziehen, freilich. An Spinnweben erinnernde Gebilde kommen hier zu höchster grafischer Akkuratesse. Köpfe und Gesichter sind mit wenigen, weitgehend geraden Linien festgehalten. Massiger dagegen die Bronzefiguren. Mit den, so die Kuratoren, "archaisch-paläolithisch anmutenden Skulpturen" ist Seff Weidl in mehr als 30 Städten vertreten. In der Tat wirken die aufs Wesentliche reduzierten Gestalten vertraut auf jeden Besucher diverser öffentlicher Plätze. Seff Weidl ist ein Künstler des vergangenen 20. Jahrhunderts. Geboren wurde er unter dem Namen Josef Weidl im böhmischen Eger. Seine künstlerische Fertigkeit erlangte er in den 1930er Jahren an der Akademie der Bildenden Künste in München. Nach der Vertreibung aus dem Sudetenland ließ sich Weidl in Kreuth im Kreis Miesbach nieder. Der internationale Erfolg setzte in den 1950er Jahren ein.

Seine Ausstellungen in der New Yorker Galerie von Henry Kleemann verhalfen dem Künstler zum Durchbruch. 1972 verstarb Seff Weidl in Inning am Ammersee. Sein Werk gehört der Nachkriegszeit an. Für Begeisterung sorgen kann es heute kaum noch.

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Die Ausstellung "Seff Weidl und die abstrakte Figuration" läuft bis zum 7. Februar in der Städtischen Galerie im "Leeren Beutel", Bertoldstraße 9 in Regensburg. Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag und feiertags von 10 bis 16 Uhr.
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