Ausstellung im "Leeren Beutel" würdigt 75. Geburtstag von Rita Karrer
Schluss mit Chaos, jetzt herrscht Ordnung

Die Ausstellung über Rita Karrer im "Leeren Beutel" in Regensburg zeigt die Entwicklung der Künstlerin "vom Chaos zur Ordnung". Bild: Wolke
Kultur
Regensburg
19.05.2015
23
0

Eine Ausstellung über Rita Karrer im "Leeren Beutel" würdigt die Künstlerin zum 75. Geburtstag. Bei der chronologischen Beschreibung ihrer Entwicklung, steht ein farbiges Charakteristikum im Mittelpunkt.

"Vom Chaos zur Ordnung." Der Titel der aktuellen Schau über Rita Karrer im "Leeren Beutel" hat etwas von "Kunst aufräumen". Und in der Tat: In chronologischer Reihenfolge zeigt sich hier die Entwicklung der Regensburger Künstlerin von der expressiven Formensprache ihres Frühwerks bis hin zum heutigen Konstruktivismus. Auf ein reines Zurechtrücken schiefer Linien und Flächen lässt sich die Kunst Rita Karrers dennoch nicht reduzieren.

Anlässlich ihres 75. Geburtstages wird die aus Abensberg stammende und heute in Regensburg lebende Künstlerin in der Städtischen Galerie im Leeren Beutel gewürdigt. Die groß angelegte Schau führt von den "ungeordneten" Bildern der Anfangszeit zunächst zum "geordneten Chaos". Das war der Punkt, als gerade Linien und klare Formen ihren Einzug hielten in die wilden Gemälde der ersten Jahre.

Majestätische Klarheit

Und dann schließlich die totale Ordnung. Geometrische Strukturen und monochrome Flächen dominieren die jüngsten Arbeiten Karrers. Kreise, Quadrate und Linien wirken durch ihre majestätische Klarheit. Ein breit angelegtes Farbspektrum wechselt sich dabei ab mit dem für Karrer charakteristischsten Ton: Das erdige Braun ist geradezu typisch für die Malerin, die in reifen Jahren auch an ihre jugendliche Liebe zum Schulfach Mathematik anknüpft. "Verfeinerung der Sinne, Heiterkeit des Gemüts und Wachheit des Geistes." Diese drei Dinge braucht man laut Professor Eugen Gomringer, um die Kunst Karrers zu verstehen und zu schätzen.

Dass der Schweizer Schriftsteller bei der Eröffnung der Karrer-Schau im Leeren Beutel sprach, war für die Künstlerin und ihr Werk eine Würdigung der besonderen Art. Als Vater der Konkreten Poesie und Gründer des "Instituts für Konkrete Kunst und Konkrete Poesie" (IKKP) in Rehau erteilte Gomringer Karrer sozusagen den Segen.

Nicht sofort erkennbar

Wohlwollend reihte der Spezialist die Regensburgerin denn auch ein in eine illustre Riege konkret arbeitender Künstler, deren Anfang er 1910 mit einem Aquarell Wassily Kandinskys markierte. Gerade auch die nicht von Beginn an geradlinige Entwicklung der Künstlerin passe dabei ins Bild. Denn, so Gomringer, "selbst wer am Bauhaus Dessau studierte wie zum Beispiel der Protagonist Max Bill, war nicht von einem Tag auf den anderen als Künstler der Konkreten Kunst zu erkennen".

Mit der Ausstellung über Rita Karrer eröffnet sich dem Betrachter also der solide Werdegang einer Künstlerin, die mehr ist als eine lokale Größe. In geradezu didaktischer Weise nimmt die Präsentation den Besucher bei der Hand und führt ihn vom Chaos zur Ordnung. Und am Schluss ist alles schön aufgeräumt.

___

Die Ausstellung "Rita Karrer. Vom Chaos zur Ordnung" läuft bis zum 14. Juni in der Städtischen Galerie im Leeren Beutel, Bertoldstraße 9, in Regensburg. Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag und feiertags von 10 bis 16 Uhr. Am ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt frei. Zur Schau ist ein Katalog erschienen. Infos gibt es unter Telefon 0941/5072440 oder www.regensburg.de.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.