"Begegnungen - Bilder aus Afrika": Sonderausstellung von Heinz Theuerjahr und Helmut Proschek
"Vielfalt erfassen - unendlich schwer"

Für Heinz Theuerjahr war und blieb Afrika der Traum seines Lebens. Das Naturkundemuseum in Regensburg zeigt nun Bilder und Skulpturen des Künstlers und seines Freundes Helmuth Proschek. Bild: Wolke
Kultur
Regensburg
08.05.2015
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Afrika - für Heinz Theuerjahr war es ein Wunschtraum aus seiner Kindheit. Ein Kriegsveteran erzählte dem staunenden Bub einst von dem Schwarzen Kontinent. Die Sehnsucht ließ Theuerjahr nicht mehr los. 14 Mal hat der Künstler bis zu seinem Tod im Jahr 1991 Afrika bereist.

Sein Freund Helmuth Proschek kommt nur auf 13 Mal. Dreimal davon trieb es die beiden gemeinsam gen Süden. Dokumentiert haben sie ihre Reisen anhand von Fotografien - Helmuth Proschek - und Bildern - Heinz Theuerjahr. Und noch einen weiteren Traum hatten die beiden Freunde bei alledem: "Lass uns zusammen eine Ausstellung machen", Heinz Theuerjahr soll das immer wieder gesagt haben.

Regionaler Charakter

Jahre nach dem Tod der beiden - Helmuth Proschek starb 2004 - wird dieses Vorhaben nun realisiert. "Begegnungen - Bilder aus Afrika: Hans Theuerjahr und Helmuth Proschek": So lautet der Titel der aktuellen Sonderausstellung im Naturkundemuseum Ostbayern in Regensburg. Für das Haus hat die Schau trotz allen exotischen Flairs auch einen regionalen Charakter: Sowohl der in Pommern geborene Theuerjahr als auch der Düsseldorfer Proschek strandeten im Bayerischen Wald als Hauptwohnort.

Dem Besucher eröffnen sich in der Ausstellung aber die Weiten Afrikas. Endlose Wüstenlandschaften und donnernde Wasserfälle, trompetende Elefanten und dösende Löwen vermitteln einen Eindruck des an Faszination ungebremsten Kontinents. Die Aquarelle, Pastelle und Plastiken aus der Hand Theuerjahrs werden im Naturkundemuseum ergänzt durch die Fotografien Proscheks. Theuerjahr sei fasziniert gewesen vom Einklang der Motive der beiden, besagt der Katalog zur Ausstellung. Dem Betrachter wird in der abwechselnden Hängung der Schritt vom Gegenstand zur Abstraktion nachvollziehbar.

Eigene Formensprache

Denn obwohl das Schaffen Theuerjahrs zeitlebens auf die Natur konzentriert war: Die Wiedergabe derselben bedeutete für den Künstler auch eine Qual. "Die Vielfalt der Natur, ihre Vieldeutigkeit eindeutig zu erfassen. Wie unendlich schwer." Schon als ganz junger Mann war der Künstler geplagt von Selbstzweifeln. Und dennoch: "Wenn man glaubt, ein Talent zu besitzen, so ist es Pflicht, es auszubilden und zu vervollständigen durch rastlose Arbeit." Theuerjahr blieb der Welt nichts schuldig. Seine Bilder und Skulpturen aus Afrika betören in einer ausgewogenen Mischung aus Naturdarstellung und Abstraktion. Die Linienhaftigkeit von Vögeln und Pavianen, die Massigkeit der Nilpferde, die erdigen Farben von Natur und Landschaft: In seinen Arbeiten hat Theuerjahr das Charakteristische der Motive in seiner eigenen Formensprache eingefangen.

Dass die Bilder an Werke aus der Klassischen Moderne erinnern, verwundert dabei nicht. Auch Picasso, Paul Klee und die Expressionisten hegten bekanntlich eine Vorliebe für den Schwarzen Kontinent. Afrika - diese Sehnsucht lässt die Künstler nicht los.

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Die Ausstellung "Begegnungen - Bilder aus Afrika: Hans Theuerjahr und Helmuth Proschek" ist bis zum 5. Juli im Naturkundemuseum Ostbayern, am Prebrunntor 4, in Regensburg zu sehen. Öffnungszeiten sind Montag von 9 bis 12, Dienstag bis Freitag von 9 bis 16 sowie Sonntag von 10 bis 17 Uhr. Weitere Infos gibt es unter Telefon 0941/5073443 oder unter info@nmo-regensburg.de.
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