"Beiträge zur Archäologie in der Oberpfalz und Regensburg"
Überraschungen unter Oberpfälzer Erde

4000 Jahre Oberpfalz in der Hand: Silvia Codreanu-Windauer und Christoph Steinmann vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege präsentieren den neuesten Archäologie-Band. Bild: Gibbs
Kultur
Regensburg
28.01.2016
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Das bislang größte Reihengräberfeld in der Oberpfalz entdeckten Archäologen in Pfreimd. Im Landkreis Schwandorf liegt auch der Schwerpunkt des neuen Archäologie-Bands des Landesdenkmalamtes.

Es ist der bisher dickste Band der Reihe: Auf knapp 500 Seiten stellen 24 Archäologen die neuesten Ausgrabungsergebnisse im Bezirk vor. Die elften "Beiträge zur Archäologie in der Oberpfalz und in Regensburg" reichen vom Tierknochenfund in der Villa Rustica von Regensburg bis zu Grabstätten in Pfreimd (Kreis Schwandorf).

"Was ist eine Grabung wert, wenn das Ergebnis in der Schublade liegen bleibt?", betont Silvia Codreanu-Windauer, Referatsleiterin des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege (BLfD) in Regensburg, die Bedeutung der Reihe, die alle zwei Jahre mit einem neuen Band fortgesetzt wird.

Viele Archäologie-Fans


Am Mittwochnachmittag treffen sich Autoren, Gemeinde- und Amtsvertreter sowie Interessierte zur Buchpräsentation in der BLfD-Dienststelle in der Königlichen Villa in Regensburg. Bezirksheimatpfleger Tobias Appl spricht von einer "Erfolgsgeschichte": "Die Reihe blüht." Appl weiß, dass die Archäologie nicht nur Fans hat. Bauherren hätten Angst, dass gerade auf ihrem Baugrund etwas gefunden werden könnte, so mancher habe kein Verständnis für die Sorge um "ein paar alte Scherben", schreibt Appl in seinem Geleitwort.

Demgegenüber stehe in jüngster Zeit ein erfreulich großes Interesse an Grabungen. Für beide Seiten gebe der elfte Band der "Archäologischen Beiträge" die richtigen Antworten. "Die einen wird er bei ihrer Suche nach weiteren fundierten Aussagen und interessanten Details unterstützen und erfreuen, die anderen kann er vielleicht ein Stück weit für das spannende Feld der Archäologie interessieren." Die Aufsätze würden einen fundierten Einblick in die vergangenen 4000 Jahre der Oberpfalz geben und könnten durchaus einen gewissen Regionalstolz auslösen, meint Christoph Steinmann vom BLfD in Regensburg.

Es handle sich bei der Reihe um die wichtigste Plattform, um Erkenntnisse aus Ausgrabungen zurück in die Kommunen zu tragen. Unter den Autoren sind auch junge Nachwuchs-Archäologen: Zu den Aufsätzen gehören eine Magister- und drei Bachelorarbeiten. Wichtig ist dem Landesamt, die Vielfalt der archäologischen Arbeit in allen Teilen der Oberpfalz zu zeigen. Aus jedem Landkreis stammt deshalb mindestens ein Beitrag.

Ein Schwerpunkt liegt in Band elf auf dem Kreis Schwandorf: Sechs Aufsätze beschäftigen sich mit dortigen Grabungen. Unter anderem werden die archäologischen Arbeiten auf dem Betriebsgelände der Firma Gerresheimer in Pfreimd beleuchtet. Dort wurde das bislang größte Reihengräberfeld in der Oberpfalz entdeckt. Als beispielhaft wird die gelungene Zusammenarbeit von Gerresheimer, der Stadt Pfreimd und des Landesdenkmalamts gelobt.

Geschichte des Bergbau


Gemeinsam finanzierten sie ein Restaurierungsprojekt, um die Funde dauerhaft zu erhalten und auszustellen. Ein großes Thema ist daneben die Bergbaugeschichte in der Oberpfalz: Gleich drei Beiträge widmen sich den Zeugnissen des Montanwesens.

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Der elfte Band der "Beiträge zur Archäologie in der Oberpfalz und in Regensburg" (488 Seiten) ist im Verlag Dr. Faustus erschienen und kostet 25 Euro.
Weitere Beiträge zu den Themen: Archäologie (38)Ausgrabungen (22)Pfreimd (9)
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