Das Naturkundemuseum in Regensburg zeigt Fotografien aus Nord- und Ostbayern von Berndt Fischer
Auge in Auge mit Luchs und Specht

Die Naturfotografien Berndt Fischers vermitteln ein eindrucksvolles Bild von der Schönheit der Grenzwälder. Repro: Wolke
Kultur
Regensburg
04.02.2015
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"Aus Liebe holt sich der Hahn sogar nasse Füße." Mit einem Augenzwinkern kommentiert Berndt Fischer seine Fotoaufnahme eines paarungsbereiten Birkhahns, der aufgeplustert auf einer tau-nassen Waldwiese sitzt. Dass Fischer die Natur liebt, braucht angesichts seiner grandiosen Aufnahmen nicht eigens erwähnt zu werden. Aber die liebevollen Texte zu den Bildern sind das i-Tüpfelchen im beeindruckenden Werk des Fotografen, der sich vornehmlich die Natur vor die Linse holt.

Zu sehen und zu lesen ist dies derzeit auch im Regensburger Naturkundemuseum Ostbayern. In einer Sonderausstellung werden dort großformatige Abzüge Berndt Fischers präsentiert, die sich mit einem faszinierenden Thema beschäftigen. "Das Grüne Dach Europas" lautet der Titel der Schau. Die Bilder sind auch in dem gleichnamigen Band des Buch- und Kunstverlags Oberpfalz veröffentlicht.

Winterliche Motive

Der Birkhahn, der sich mit nassen Füßen zum hochzeitlichen Stelldichein begibt. Der Frosch, der etwas verdrießlich aus dem Schnee hervorschaut. Der Luchs, der majestätisch durchs Winterlicht stolziert: Die Auswahl der Bilder im Naturkundemuseum zeigt bevorzugt winterliche Motive. Und sie bezieht sich auf die Region.

"Naturschätze der Grenzwälder Nord- und Ostbayerns" lautet denn auch der Untertitel der Ausstellung. Neben den Porträts der tierischen Waldbewohner gibt es auch Aufnahmen vom Sonnenaufgang über dem Fichtelgebirge, von den "Schneefichten" am Arber und von der "grafischen" Landschaft der Tirschenreuther Teichpfanne. "Der Fotograf hat es sich zum Ziel gesetzt, die Schönheit der urtümlichen Naturwaldrelikte diesseits und jenseits der Grenze ins rechte Licht zu rücken", heißt es in der Ausstellung über Berndt Fischer.

Die Grenzwälder Nord- und Ostbayerns sind dabei nur ein Ausschnitt des fotografischen Schaffens Berndt Fischers und seiner Motive. "Das Grüne Dach Europas" erstreckt sich über einen noch viel weiteren Bereich. Genau genommen über nicht weniger als 24 Staaten vom Eismeer an der norwegisch-russischen Grenze bis hin zum Schwarzen Meer.

Schlummer bewahren

Entlang des Eisernen Vorhangs, der Europa über 40 Jahr hinweg teilte, hat sich eine einzigartige Naturlandschaft erhalten: ein grünes Band, das von der jahrzehntelangen Abgeschiedenheit profitiert hat. "Nach dem Zweiten Weltkrieg verfiel die Gegend in eine Art Dornröschenschlaf", sagt Berndt Fischer.

Diesen Schlummer zu bewahren ist das Anliegen des Fotografen. Berndt Fischer, 1949 in Amberg geboren, versteht seine Fotografie auch als ein Mittel zum Kampf: gegen die fortschreitende Naturzerstörung und zum Erhalt der letzten grünen Paradiese. Die Fotografien, die derzeit im Naturkundemuseum Ostbayern zu sehen sind, öffnen den Blick und den Sinn für die spektakuläre Natur fast vor der Haustüre.

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Die Ausstellung "Das Grüne Dach Europas. Naturschätze der Grenzwälder Nord- und Ostbayerns" mit Fotos von Berndt Fischer läuft bis zum 29. März im Naturkundemuseum Ostbayern, Am Prebrunntor 4 in Regensburg. Öffnungszeiten: Montag von 9 bis 12, Dienstag bis Freitag von 9 bis 16 sowie Sonntag von 10 bis 17 Uhr. Geschlossen ist am 16. und 17. Februar. Weitere Infos unter Telefon 0941/507 3443.

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Weitere Informationen im Internet:

www.nmo-regensburg.dewww.buch-und-kunstverlag.de
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