Der Nürnberger Maler und Singer/Songwriter Dan Reeder bezaubert mit Tochter Peggy das ...
Süden, Seligkeit und Kinderlieder

Dan Reeder ist ein ebenso bühnenscheuer wie schüchterner Star: Aber wenn er mit seiner charmanten Tochter Peggy auftritt, dann bleibt ihm nichts anderes übrig, als gute Miene zum guten Spiel mit dem Publikum zu machen. Bild: peg
Kultur
Regensburg
25.11.2014
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Dan Reeder kann sich des Segens von ganz oben sicher sein: Nicht nur, weil er 1954 in Louisiana in eine Pfarrersfamilie hineingeboren wurde. Erschwerend kommt hinzu, dass seine Alben bei "Oh Boy"-Records erscheinen, der Plattenfirma von John Prine. Und der wiederum ist das, was man "Musicians' Musician" nennt, ein ebenso viel gecoverter wie oft zitierter Kollegenliebling. Eine Legende und ein Säulenheiliger des US-Folk-Genres also.

"Das ist Dadsache!"

Das ist wiederum ein wenig überraschend, weil Dan Reeder heute weder in Greenwich Village noch in den Swamps zu Hause ist. Sondern er lebt, seit mehr als 20 Jahren schon, in Nürnberg. Und spricht mittlerweile - "Indeed, das ist Dadsache!" - das harte T wie ein weiches D. Seine Songs aber - mittlerweile auf drei Alben (für das Artwork zeichnet übrigens der Maler Dan Reeder verantwortlich!) veröffentlicht und vom Allmusic-Guide mit respektablen dreieinhalb bis vier Punkten bewertet und obendrein mit Randy Newman verglichen - atmen nach wie vor die Schwüle des Südens, die Seligkeit des Gospels und die Einfachheit des Landlebens.

Schüchterner Zeitgenosse

Leider ist Dan Reeder aber zugleich ein schüchterner Zeitgenosse, ein, wie er sagt, von Alpträumen geplagter, dem der öffentliche Auftritt auf Bühnen nicht leicht fällt. Was für ein Glück also, dass es Peggy gibt. Peggy Reeder ist Dans jüngste Tochter. Sie macht gerade Abitur und hat offenkundig nicht nur vom Vater die enorme Musikalität geerbt, sondern ist obendrein mit einer erheblichen Portion Mutterwitz ausgestattet. Und der wiederum gestattet es ihr, das Bühnenabenteuer so charmant zu moderieren, dass die eineinhalb Stunden in der Buchhandlung Dombrowsky viel zu schnell vergehen. Geboten werden nicht nur Perlen aus Papas Oeuvre, sondern obendrein Klassikeranspielungen (Joni Mitchell begegnet Elvis begegnet James Brown), geschickt ausgewählte Cover-Versionen von Peggys Lieblings- "Bravo-Hits"-CDs und selbst gemachte Kinderzimmerproduktionen. Das ist ein Cross-over aus Country und HipHop, Gospel und Rap, Song und Kinderlied.

Und trägt doch immer die Handschrift der grandios harmonierenden Stimmen von Vater und Tochter, ihrer akustischen Gitarren - und dem gemeinsamen weichen D. Was für ein segensreicher Abend!
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