Die 21. Internationale Kurzfilm-Woche in Regensburg widmet sich einem brisanten Thema
Rebellion im Kinosaal

Das Team um Insa Wiese freut sich auf den Start der Kurzfilm-Woche. Im Bild von links: Philipp Weber, Stefan Grunwald-Wiese, Michael Fleig, Bürgermeister Jürgen Huber, Insa Wiese und Sophie Kernbichl. Bild: Wolke
Kultur
Regensburg
06.03.2015
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Ködern lässt sich die Internationale Kurzfilm-Woche Regensburg nicht. Trotz erhöhter Zuschüsse aus dem Stadtetat bleibt das Festival rebellisch. Und das im wahrsten Sinne des Wortes: "Rebellion" lautet das Thema der 21. Kurzfilm-Woche, die vom 18. bis 25. März in der Filmgalerie, im Ostentor-Kino im "W1" und an anderen Stätten über die Bühne geht.

100 Kurzfilme

Von revoluzzerischem Aufbegehren ist das Film-Festival dabei weit entfernt. Es ist ein sachlicher und objektiver Blick, den die Macher mit mehr als 100 Kurzfilmen auf das Thema werfen. Die Idee kam von Stefan Grunwald-Wiese. Der Ex-Punk und heutige Familienvater mit Doppelnamen will herausstellen: Rebellion geht auch anders als mit Gewalt. Dementsprechend vielschichtig ist das Programm der Kurzfilm-Woche. Sechs Programmpunkte beleuchten das Thema auf unterschiedliche Weise. Es geht einerseits um Protestformen und Wege des Widerstandes, wobei der DDR eine eigene Sparte gewidmet ist. Beleuchtet wird auch die Rolle der Frau, außerdem gibt es humorvolle und kunstvolle Aspekte, die besonders deutlich machen: Widerstand kann auch subtil sein. "Wir haben versucht, zu zeigen, dass man auf verschiedene Weise rebellisch sein kann", erklärte Insa Wiese, Chefin der Kurzfilm-Woche. "Ohne Gewalt, aber mit Kreativität", lautet hier das Schlagwort. Mit Pfiff gibt sich auch das Begleitprogramm. Dazu gehört etwa eine Crypto-Party. Ein Club von Regensburger Hackern und Nerds gibt hier Anleitungen zur Verschlüsselung von E-Mails. Eine Rebellion im Kleinen und für Jedermann. Anregen wollen die Macher der Internationalen Kurzfilm-Woche mit dem Schlagwort "Rebellion" zweifellos, vor allem zum Denken.

Am Puls der Zeit

Anecken steht dagegen nicht auf dem Programm. Das Wohlwollen vonseiten der Stadt dürfte den Veranstaltern also entgegenkommen. Dort begrüßt man die Rebellion im Kinosaal nämlich ausdrücklich. "Die Kurzfilm-Woche ist bekannt dafür, dass sie am Puls der Zeit ist." Bürgermeister Jürgen Huber fand lobende Worte. "Die Kurzfilm-Woche hat wieder mal ein topaktuelles Thema", davon ist der "Künstler-Bürgermeister" überzeugt. Topaktuell ist die Regensburger Kurzfilm-Woche offenbar auch für die internationale Szene. Mit fast 7000 Einsendungen erreichte die Zahl der Bewerber diesmal einen neuen Rekord. Die ausgewählten Streifen sind in bewährter Weise aufgeteilt in verschiedene Programmsparten: internationale, deutsche, bayernweite und regionale Ebene.

Gastland sind in diesem Jahr die Vereinigten Arabischen Emirate. Ein Kinder-, ein Jugend- und ein Horrorprogramm decken verschiedene Interessensgebiete ab. Beim Studenten-Programm, an dem der Regensburger Lehrstuhl für Medienwissenschaft mitgearbeitet hat, dreht sich alles ums Thema Wasser. Ferner gibt es Workshops, Möglichkeiten zum Filmgespräch und Partys. "Es steht eine inspirierende, lehrreiche und tolle Festival-Woche bevor", damit verspricht Wiese sicher nicht zu viel.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.kurzfilmwoche.de/
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