Die Kultur der Skulptur

Die Gipsbüste zeigt einen Entwurf Carl Friedrich Wichmanns für ein Porträt Heinrich von Kleists. Wichmann gehörte zu den bekanntesten Porträtisten des Klassizismus.
Kultur
Regensburg
21.07.2015
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Vom klassischen Körperabbild bis zur beleuchteten Röhre: Die Ausstellung "Erlebnis Skulptur!" des Regensburger Kunstforums Ostdeutsche Galerie zeigt, wie sich Skulpturen über die Jahrhunderte verändern können.

Die neue Sonderschau ist nichts anderes als eine vielseitige, teils abenteuerliche Reise durch die Welt dreidimensionalen Kunstschaffens. Thematisch und chronologisch angelegt führt die Ausstellung den Besucher durch einzelne Bereiche wie Akt, Porträt, Tierdarstellung oder Kleinplastik.

Leihgaben brauchten der Sammlungsleiter und Kurator Dr. Gerhard Leister und seine Mitarbeiter für die Zusammenstellung der Ausstellung nicht. "Bildwerke des Kunstforums Ostdeutsche Galerie" - der Untertitel der Schau besagt es bereits: Die gezeigten Werke entstammen allesamt der eigenen Sammlung des Kunstforums. Und selbst dies ist nur ein Einblick. Die 100 ausgewählten Skulpturen, Plastiken und Objekte von knapp 70 Bildhauern stellen durchaus nicht alle Bestände des Hauses dar. Die belaufen sich auf knapp 500 Bildwerke von 140 Künstlern und sind neuerdings in einem Übersichtskatalog gesammelt.

Plastiken um das Museum

Die Stücke der neuen Ausstellung führen eindrucksvoll die Vielfalt der musealen Sammlung vor Augen. Mit dabei sind Arbeiten von Künstlern wie Franz Metzner, Hugo Lederer, Käthe Kollwitz sowie Bernard Schultze oder Otto Herbert Hajek als Vertreter der Kunst nach 1945. Beginnend mit der klassischen Figurendarstellung führt der Weg der Ausstellung über expressionistische Ausbrüche aus den alten Mustern bis hin zu informellen und minimalistischen Auslegungen. Selbst die Grenzen der Museumsmauern werden bei dieser fulminanten Schau gesprengt: Die Freiplastiken rund um das Kunstforum gelten als Teil der Ausstellung.

200 Jahre Bildhauerkunst

"Mit ,Erlebnis Skulptur!' widmet sich erstmals eine Sonderausstellung den dreidimensionalen Werken aus der eigenen Sammlung", heißt es von Seiten des Kunstforums. Nahezu 200 Jahre Bildhauerkunst lagert hier in Marmor und Granit gemeißelt, in Holz gehauen und aus Bronze poliert. Für den Betrachter miterlebbar vollzieht die Skulptur in der Ausstellung eine beständige Wandlung bis hin zu Dan Flavins Lichtinstallation gegen Ende der Schau.

Einleuchtend, dass dieser Reichtum des Museums der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden muss. Die geschieht übrigens nicht nur in Form der Ausstellung, sondern auch durch ein neu erschienenes Buch: Der neue Bestandskatalog des Kunstforums von der Kölner Letter Stiftung ist druckfrisch und dient als Anlass für die Schau.
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