Die Oberpfalz packt aus

Ob Dirndl oder Lederhose: Frauen und Männer sehen in der Bayerischen Tracht immer fesch aus. Bild: Stefan Winkelhöfer
Kultur
Regensburg
21.08.2015
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Dirndl und Lederhose sind beliebt - ob mit Kreativität selbst genäht oder der Einheitslook aus dem Geschäft. Festkleidung oder eher Verkleidung? 2016 widmen sich Oberpfälzer Museen derartigen Fragen und öffnen ihre Kleidertruhen.

Tracht zu tragen ist im Trend, aber woher kommt diese Modewelle, die seit einigen Jahren anhält und bei jedem Volksfest zu sehen ist? Die Hersteller von Dirndl und Lederhosen verbuchen Umsatzzuwächse, aber haben auch die Trachtenvereine, die Kulturpflege und Geselligkeit bieten, mehr Zulauf? "Zur Tracht gehört für viele Menschen das selbstbewusste Bekenntnis zur regionalen Zugehörigkeit als Bayer und Oberpfälzer", meint Bezirkstagspräsident Franz Löffler.

Dieses Sichtbarmachen der eigenen Identität hat Geschichte. Denn die Trachtenbewegung ging im 19. Jahrhundert nicht von den Bauern auf dem Land, sondern vom aufstrebenden Bürgertum in den Städten aus. Zum Vorbild der Trachtenvereine in Nord- und Ostbayern wurden oftmals die Gebirgstrachten aus Oberbayern, so gründeten 1898 etwa 40 bergbegeisterte Regensburger den Gebirgstrachtenverein "D' Schuhplattler". Die regionale Kultur- und Heimatpflege gewann beim ältesten Trachtenverein in der Oberpfalz wie bei vielen anderen erst allmählich an Bedeutung. 1967 erfolgte die Umbenennung in den "Heimat- und Volkstrachtenverein Regensburg Stamm".

Für das 1806 gegründete Königreich Bayern stiftete die in allen Landesteilen entstehende Trachtenbewegung ein bayerisches "Mia san mia"-Gefühl und sorgte für regionenübergreifende gesellschaftliche Stabilität. "Diese Geschichte und Gegenwart der Tracht bekommt 2016 die verdiente Aufmerksamkeit", betont Präsident Löffler.

Einen weitreichenden Blick auf die Tracht werfen im kommenden Jahr acht Museen in der Oberpfalz. Erstmals seit langer Zeit öffnet das Historische Museum der Stadt Regensburg wieder sein Textildepot, das Oberpfälzer Freilandmuseum geht der Frage nach, warum das Dirndl heute wieder modern ist und das Stadtmuseum Schwandorf widmet sich der Unterwäsche zur Tracht.
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