Die Staatliche Bibliothek Regensburg feiert in diesem Jahr ihren 200. Geburtstag
200 Jahre alt und kein bisschen verstaubt

Vor Gästen aus Politik, Kultur, Kirchen und Gesellschaft hielt Heribert Prantl den Festvortrag zum 200-jährigen Bestehen der Staatlichen Bibliothek Regensburg. Bilder: Gibbs (2)
Kultur
Regensburg
16.07.2016
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"Bibliotheken sind Haltestellen des Geistes." Zitat: Festredner Heribert Prantl

Es ist ein stattliches Alter: Die Staatliche Bibliothek Regensburg feiert in diesem Jahr ihren 200. Geburtstag. Altmodisch und rückwärtsgewandt will die Bibliothek aber keinesfalls sein. Vielmehr treibt sie die Digitalisierung ihrer Werke an.

70 000 Titel können weltweit jederzeit kostenlos abgerufen werden. "Bibliotheken sind Haltestellen des Geistes", sagte Festredner Heribert Prantl am Mittwochabend beim Festakt zum Jubiläum im Historischen Reichssaal. Die Digitalisierung bedeute weder das Ende des gedruckten Buches noch der Bibliotheken, zeigte sich der Journalist überzeugt. Vielmehr müssten Bibliotheken in einer Zeit der elektronischen Sintflut als Arche Noah dienen. Prantl, der aus Nittenau (Kreis Schwandorf) stammt, berichtete, dass die Staatliche Bibliothek für ihn selbst als Schüler ein wichtiger Rechercheort war, wenn er sich auf Referate vorbereitete. Er habe "Ehrfurcht vor den gigantischen Karteikästen" gehabt, verriet Prantl, der heute Mitglied in der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung ist.

Sicherer Ort


Als "Gedächtnis der Oberpfalz" bezeichnete Regensburgs Oberbürgermeister Joachim Wolbergs die Staatliche Bibliothek. Es sei Maximilian von Montgelas, Gründer des modernen Bayern, zu verdanken, dass die Reichsstadt 1816 "in nicht einfachen Zeiten" einen Ort erhielt, um die Schätze der Region geschützt aufzubewahren. Gerade bei historischen Recherchen sei die ursprüngliche Quelle in einer Bibliothek durch nichts zu schlagen, meinte Wolbergs. Einen besonderen Bezug haben sowohl die katholische als auch die evangelische Kirche zu der Bibliothek, wie Bischof Rudolf Voderholzer und der evangelische Regionalbischof Hans-Martin Weiss herausstellten. Schließlich wurde die Staatliche Bibliothek 1816 unter anderem mit Beständen aus der evangelischen Ministerialbibliothek sowie aus der Bischöflichen Bibliothek von Regensburg gegründet.

Ganz vorne dabei


Mit 470 000 Medien zählt die Bibliothek heute zu den großen kulturellen Institutionen in der Region. 70 000 urheberrechtsfreie Drucke seien bereits digitalisiert und über den Onlinekatalog zur Verfügung gestellt worden, betonte Klaus Ceynowa, Generaldirektor der Bayerischen Staatsbibliothek. Damit nehme die Staatliche Bibliothek Regensburg eine Spitzenstellung in der Bereitstellung digitaler Medien unter allen kulturellen Institutionen in der Bundesrepublik Deutschland ein.

Der Gründungsbestand betrug 1816 etwa 35 000 Bände, dazu 7000 historische Landkarten und 15 000 Dissertationen. Bis 1960 wurde die Staatliche Bibliothek nebenamtlich geleitet. Erst dann wurde ein hauptamtlicher Berufsbibliothekar mit der Leitung betraut - und der Bestand durch Kauf gezielt verstärkt. Allen, die sich tiefergehend für die Historie interessieren, empfahl Bibliotheksleiter Bernhard Lübbers die Neuerscheinung "Die Geschichte der Staatlichen Bibliothek", geschrieben von seinem Vorgänger Michael Drucker (Dr.-Peter-Morsbach-Verlag, 231 Seiten, 19,90 Euro).

Am Freitag, 22. Juli, (zwischen 15 und 22 Uhr) wird das Jubiläum mit einem Bibliotheksfest mit Führungen, Workshops und Musik gefeiert.

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Weitere Informationen:

www.staatliche-bibliothek-regensburg.de

Bibliotheken sind Haltestellen des Geistes.Festredner Heribert Prantl
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