Erstmals im Herbst
Tanzfestival „Schleudertraum“

Liebhaber modernen Tanztheaters kommen am Wochenende in Regensburg auf ihre Kosten. Bild:Scheiner
Kultur
Regensburg
04.10.2016
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Ins Schleudern kommen manche, wenn das Geld zu schnell abnimmt oder wieder mal ordentlich "getankt" worden ist. Beim Festival "Schleudertraum" spielt das alles keine Rolle. Die Regensburger Initiative "tanzstelle_r" präsentiert das Tanz-Meisterwerk am 7. und 8. Oktober.

Das Tanzfestival "Schleudertraum" fand bisher immer im Frühjahr statt. Heuer ist es erstmals im Herbst. Der Grund ist ein länger geplantes Kooperationsprojekt mit mehreren bayerischen Städten, bei der neue Stücke untereinander ausgetauscht werden. Am zweiten Oktoberwochenende (7./8.10.) geht nun die 12. Ausgabe des Festivals im Studententheater der Universität Regensburg über die Bühne.

Als Teil des Tanztauschprojektes "Transformance CityXChange" präsentiert es mehrere Kurzstücke. Insgesamt entstehen für diese bislang einzigartige Kooperation innerhalb Bayerns 17 neue Bearbeitungen - gefördert vom Bayerischen Landesverband für Zeitgenössischen Tanz (BLZT) und aus dem Haushalt von Kunstminister Dr. Ludwig Spaenle.

Aus diesem Pool sind in Regensburg beim Schleudertraum neun meist kürzere Choreografien ausgewählt worden. Sie werden am zweiten Abend (Samstag, 8. Oktober) vorgestellt. Besucher können hier Tanz auf ungewöhnliche Art kennenlernen. Dabei geht es darum, dass viele freie Choreografen in Bayern über Jahre Stücke entwickeln, die ein unsichtbares, immaterielles zeitgenössisches Repertoire abbilden.

Mut zum Tausch


Was passiert nun, wenn ein anderer Choreograf sich auf der Basis eines solchen älteren Werks mit der Arbeit und Ästhetik des Kollegen auseinandersetzt und daraus ein neues kurzes Stück kreiert? Geht er den Weg von der Uraufführung zur Neu-Adaption mit den ihm eigenen Verständnis von Choreografie und Tanz? Vier Regensburgerinnen haben die Chance ergriffen, Künstlerkollegen in München, Nürnberg und Passau eigene Werke für eine Neuinterpretation zu übergeben. Umgekehrt haben sie deren Tanzstücke zur Be- und Umarbeitung erhalten. Unter ihnen sind Heidi Huber, Katrin Hofreiter, Alexandra Karabelas und Ute Steinberger. Im Gegenzug interpretieren Annika Weiland, Stephanie Felber und Ludger Lamers aus München sowie Susanna Curtis und Sebastian Eilers Werke der Regensburger Choreografinnen neu.

Am ersten Abend (Freitag, 7. Oktober) bilden das Künstlerportrait "P.S. Susanna Curtis" von Simone Sandroni und neue Performances unter dem Motto "Being an Artist", das Dasein als Künstler, weitere Programm-Highlights. In drei knapp einstündigen Blöcken zeigen Martina Feiertag (Regensburg), Katrin Hofreiter (Regensburg) und Kilta Rainprechter gemeinsam mit der Musikerin und Sängerin Anka Draugelates (Regensburg) sowie Alessio Burani vom Tanzensemble des Theater Regensburg neue künstlerisch-choreographische Arbeiten.

Die Zuschauer können sich entweder alle drei Blöcke oder nur einen Teil anschauen. Martina Feiertag, seit kurzem häufig in der freien Tanzszene Regensburgs unterwegs, liebt den Grenzgang mit dem klassisch-modernen Fach. Zusammen mit Alessio Burani tanzt sie "Mit Jeder Faser", sowie "Kaonashi/NoFace", ihr neues Trio. Katrin Hofreiter, Gründungsmitglied des Netzwerkes der Tanzstelle R, lebt und liebt seit über 20 Jahren den Tanz. In ihrem Solo "wir - ein Solo über uns" bringt sie die Frage nach dem Ich in der heutigen Zeit ausdrucksstark auf die Bühne.

Improvisationskunst


Von einer ganz anderen Warte geht die Regensburger Tänzerin Kilta Rainprechter an das Thema heran. Sie bezeichnet ihr Stück "recycle mum" als Frontalangriff auf die Seh- und Hörgewohnheiten des Zuschauers. Gemeinsam mit der Stimm-Klang-Künstlerin Anka Draugelates und dem Percussionisten Fredi Pröll bietet es Improvisation vom Feinsten. Karten gibt es in Regensburg in der Tourist-Information im Alten Rathaus, Telefon 0941/507 44 10, oder auch per Mail an die Adresse hofreiter-regensburg@t-online.de.

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Weitere Informationen:

www.tanzstelle.de
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