Filmmusiknacht "Jagd auf 007" zum Abschluss der Thurn-&-Taxis-Schlossfestspiele
Liebesgrüße aus dem Schlosshof

Bei der "Jagd auf 007" gab es am Sonntagabend vor allem musikalische Beute. Das Radio-Sinfonieorchester Pilsen spielte die besten Stücke aus der Filmreihe. Bild: doz
Kultur
Regensburg
25.07.2016
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Es war wohl das größte konspirative Treffen der Oberpfalz. Rund 3200 Bond-Fans kamen am Sonntagabend im Geheimdienst ihrer Majestät, Pardon Fürstin, um das Radio-Sinfonieorchester Pilsen zu hören. Im Fokus: Bond, James Bond.

Zum Abschluss der Thurn-&-Taxis-Schlossfestspiele kam es zur "Jagd auf 007 - Eine Nacht mit James Bond". Passender hätte das Finale nicht gewählt werden können. Der Innenhof des Schlosses ist wie gemacht für einen Geheimagenten wie James Bond. (Musikalische) Liebesgrüße aus dem Schlosshof sozusagen. Vor allem die vielen grandiosen Musikstücke, die diese Filmreihe schon hervorgebracht hat, sorgten für ein besonderes Flair. Das was das Orchester darbot, war allererste klasse. Christian Schumann, der schon das London Philharmonic Orchestra, die Hamburger Symphoniker, das BR-Symphonieorchester, die Nürnberger Symphoniker und die Wiener Symphoniker dirigierte, holte alles aus seinem Ensemble heraus. Mit seinem vor allem körperlichen Einsatz wäre wohl auch 007 ins Schwitzen gekommen. Es war inspirierend anzusehen, mit welchem Engagement Schumann sein Orchester dirigierte.

Grandioses Zusammenspiel


Aber vor allem war es ein Genuss anzuhören, was die Musiker spielten. Schlicht das Beste aus über 50 Jahren James Bond: "From Russia With Love", "Live and Let Die", "Golden Eye", "Never Say Never Again" oder das eingängige "Goldfinger". Bei einigen Stücken traten die Sänger Dennis LeGree und Joyce van de Pol auf. LeGree kennen einige vielleicht aus seinem Auftritt bei der zweiten Staffel der Musikshow "The Voice of Germany". Er überzeugte vor allem durch seine soulige Stimme. Van der Pol erinnerte von Aussehen her - wie passend - an Halle Berry, die 2012 das Bond-Girl in "Stirb an einem anderen Tag" spielte. Hervorzuheben ist aber vor allem ihr Gesang. Es war überzeugend, wie sie "Skyfall" von Adele zelebrierte.

Das Stück war ohnehin eines der Höhepunkte am Sonntagabend. Während das Orchester die passenden Töne spielte, lief auf der Leinwand die komplette Eingangsszene bis zum vermeintlich Tod von James Bond, dargestellt von Daniel Craig. Anschließend folgte das grandiose Zusammenspiel zwischen den Streichmusikern, der Sängerin und dem Filmvorspann. Es war einer der vielen Gänsehaut-Momente beim Finale der Schlossfestspiele. Ohnehin zeigte sich, vor allem wenn Szenen aus den Filmen auf der Leinwand zu sehen waren, was Filmmusik vermag, wenn Action und Musik aufeinander abgestimmt sind. Egal, ob Pierce Brosnan im Panzer den Bösewichten hinterherjagt oder Sean Connery sich in Geheimmission durch die exotischsten Orte ballert - das Gesamtbild passte. Die vielen Bravo-Rufe waren vollkommen berechtigt.

Wortkarg wie ein guter Bond


Der Abend blieb alles in allem wortkarg wie ein guter James-Bond-Streifen. Es gab weder eine Begrüßung noch eine Moderation. Brauchte es auch nicht. Denn das Orchester und die Sänger ließen ihre Musik sprechen. Auch das Wetter hielt aus. Die Aufführungen im Innenhof sind immer mit dem Risiko verbunden, dass die Zuschauer bei Regen pitschnass werden. Die Gäste blieben aber trocken wie der Martini, den einige in der Pause und nach der Vorstellung schlürften.
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