Fotoausstellung zu Sam Shaw im Leeren Beutel in Regensburg
Marilyn, die U-Bahn und der Fotograf

Kultur
Regensburg
02.04.2016
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Eine Ausstellung im Leeren Beutel in Regensburg würdigt den Schöpfer unsterblicher Fotografien. Sam Shaw war nicht nur Urheber des wohl berühmtesten Bildes von Marilyn Monroe, das sich tief in das kollektive Gedächtnis eingegraben hat. Der Mann hinter der Kamera fotografierte alle Größen der 1950er und 60er Jahre.

Von Susanne Wolke

Der Aha-Effekt ist bei dieser Ausstellung vorprogrammiert. Sam Shaw - dieser Name an sich ist eher wenigen ein Begriff. So beschreibt es zumindest Lorie Karnath - und sie muss es ja wissen. Als Kennerin des amerikanischen Fotografen hat sie ein Buch über diesen verfasst und war beteiligt bei einer Ausstellung, die nun in Regensburg zu sehen ist. Wesentlich bekannter als der Fotograf selbst ist eines seiner Bilder: Marilyn Monroe mit wehendem Rock über dem Gitter eines U-Bahn-Schachts. Ein Klassiker.

Der Mann hinter der Kamera dagegen blieb eher im Verborgenen. Bezeichnenderweise ist es auch die blonde Ikone, die als Aushängeschild der aktuellen Ausstellung im "Leeren Beutel" dient. "Remembering Sam - Sam Shaw. 60 Jahre Fotografie" lautet der Titel der Schau. Die echten Hingucker sind allerdings die Abgebildeten: Figuren der Film, Kunst- und Literaturgeschichte eines Amerikas der 1950er und 60er Jahre.

Amerika in schwarz-weiß


Auffallend, ungewöhnlich, faszinierend - so sind Sam Shaws Bilder, die nicht nur Marilyn Monroe sondern auch Kolleginnen wie Sophia Loren oder Audrey Hepburn in einen oft ungewöhnlich intimen Fokus rücken. In gewisser Weise formten die Bilder Shaws das so in vielerlei Vorstellungen verankerte Bild eines vergangenen Amerikas in Schwarz-Weiß. Dass sich der Fotograf und Dokumentarfilmer als Zeitzeuge sah, passt ins Bild - auch weil über Jahrzehnte hinweg unzählige Magazin-Cover mit seinen Fotografien versehen waren.

Im Laufe einer 60-jährigen Fotografentätigkeit widmete sich Sam Shaw Jazzmusikern in New Orleans ebenso wie Industriearbeitern. "Er hat sich stets voll und ganz auf sein Objekt eingelassen", schildert es Lorie Karnath, die bei der Eröffnung in Regensburg anwesend war. Thema der Ausstellung im Leeren Beutel sind in erster Linie die Portraits berühmter Personen: Frank Sinatra, Louis Armstrong, Tennessee Williams, Natalie Wood - und natürlich Marilyn Monroe. Sam Shaw lernte die Schauspielerin als noch weitgehend unbeschäftigtes Filmsternchen kennen und begleitete sie auf weiten Strecken ihrer Karriere. So auch zu dem berühmten U-Bahn-Schacht während der Aufnahmen zu "Das verflixte siebte Jahr".

Unsterbliche Fotos


"Es gehört vermutlich zu den am meisten reproduzierten der Welt", äußerte sich Sam Shaw einmal zu diesem unsterblichen Foto. Der Fotograf selbst dagegen ist weniger bekannt. Die Gedächtnisausstellung im Leeren Beutel rückt nun den Mann hinter der Kamera in den Fokus. Sam Shaw - aha!

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Die Ausstellung "Remembering Sam - Sam Shaw. 60 Jahre Fotografie" läuft bis zum 15. Mai in der Städtischen Galerie im Leeren Beutel, Bertoldstraße 9 in Regensburg. Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag und feiertags von 10 bis 16 Uhr. Geschlossen ist am 25. März und am 1. Mai. Jeden ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt frei. Zur Ausstellung ist ein umfangreicher Bildband erschienen. Weitere Infos gibt es unter www.regensburg.de/Kultur/Museen oder unter Telefon 0941 / 507-2440.
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