Geigerin Hilary Hahn und Dirigent Joshua Weilerstein begeistern in Regensburg
27 Jahre jung und was für ein Talent

Ein Phänomen an der Geige: Hilary Hahn. Bild: Michael Patrick O"Leary
Kultur
Regensburg
19.11.2014
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Volles Haus, Bravo-Rufe und kaum enden wollender Applaus. Das gewohnte Bild, wenn die amerikanische Geigerin Hilary Hahn bei den Odeon-Konzerten zu Gast ist. Und auch am Wochenende verzückte sie das Regensburger Publikum wieder einmal mit ihrem einzigartigen Geigenspiel. Nobel, präzise und voll luzider Schönheit. Beethovens Violinkonzert in silbrig funkelnder Eleganz.

Gründlich durchschaut

Dennoch, den Applaus musste sie an diesem Abend teilen. Mit einem Landsmann auf dem Dirigentenpult, der ihr doch beinahe die Show gestohlen hätte. Joshua Weilerstein, ein Name, den man sich merken sollte. 27 Jahre jung und was für ein Talent! Da stand einer, der Musik vermittelt, als wäre es das Einfachste auf der Welt. Frappierend, wie gründlich er die Partitur durchschaut, Strukturen erfasst und mit bezwingender Selbstverständlichkeit ins Musikalische übersetzt. Und das mit einer Natürlichkeit und unverstellten Herzenswärme, der sich weder Orchester - an diesem Abend das hervorragend agierende Orchestre Philharmonique du Luxembourg - noch Hörerschaft entziehen konnten.

Da macht einer Musik nicht nur durchhörbar, sondern auch durch und durch erlebbar. Frisch und lebendig gestaltete er den Orchesterpart in Beethovens Violinkonzert D-Dur, spannend bis zum letzten Ton Mendelssohns Sinfonie a-Moll, bekannt unter den Beinamen die "Schottische". Herb-romantische Landschaftsbilder, durch die Weilerstein souverän und mit Gestaltungskraft führt.

Organische Gesten

Dirigentisch brillant, mit weit ausholenden, manchmal markanten, aber immer organischen Gesten, ohne dabei den Blick für strukturelle Details zu verlieren. So zum Beispiel die effektvoll brausenden "Streicher-Stürme" gegen Ende des ersten Satzes, von Weilerstein ungemein präzise und plastisch in Szene gesetzt. Viel Freude bereitete auch das jugendlich vitale Orchester mit seinen exzellenten Bläsersolisten (Horn!), das Weilerstein am Ende zu hymnischen Jubel führte. Wohl verdient der langanhaltende Applaus.
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