Gerda Stauner stellt ihren Roman „Grasmond“ vor
Zeitreise in die Siebziger

Autorin Gerda Stauner las im Degginger In Regensburg aus ihrem neuen Roman "Grasmond". Bild: hfz
Kultur
Regensburg
27.09.2016
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Vor ziemlich genau 43 Jahren, am 15. Juli 1973, fand in Regensburg das erste Bürgerfest statt. Es sollte den Bürgern die Schönheit ihrer Donaustadt zeigen: die idyllischen Innenhöfe, die verwinkelten Gassen und versteckten Plätze. Seither hat sich viel getan in Sachen Stadtentwicklung.

Kaum jemand erinnert sich noch an die Zustände vor über vier Jahrzehnten, als die Altstadt zugeparkt und die Fassaden heruntergekommen waren. Dies nahm die Regensburger Autorin Gerda Stauner zum Anlass und hat die Tage und Wochen um das große Fest in ihrem ersten Roman "Grasmond" wiederaufleben lassen.

Ein zweiter Handlungsstrang führt zurück in die letzten Tage des Zweiten Weltkrieges im fiktiven Ort Fichtenried. Die drohende Zerstörung des kleinen Dorfes bildet eine Parallele zur geplanten Abrisspolitik in Regensburg.

Geboren und aufgewachsen in einem kleinen Oberpfälzer Dorf, macht die Autorin Gerda Stauner ihr Geburtsjahr 1973 zum Ausgangpunkt ihres ersten Romans. Der klare Bezug zu ihrer Heimat ist darin deutlich spürbar. Das Auflebenlassen des dörflichen, oft bäuerlich geprägten Alltags in der Stoapfalz ist ihr detailreich und dennoch schnörkellos gelungen. Wohl auch, weil sie diesen als Kind gerade noch so erlebt hat, bevor er für immer verschwunden ist.

Auf der anderen Seite der Geschichte steht der Beginn einer neuen Zeit für die Stadt Regensburg. Nur weil sich damals eine Gruppe von Menschen mit Weitsicht engagiert hat, können sich heute Einheimische und Touristen gleichermaßen an der Wahlheimat der Autorin erfreuen. Durch die Gegenüberstellung dieser beiden Welten und durch die akribische Beschreibung sowohl ihrer alten als auch ihrer neuen Heimat erweckt Gerda Stauner beide zum Leben und zieht den Leser unweigerlich in die Geschehnisse hinein.

So auch, als die Autorin zur Lesung ins Degginger einlud und ihre Gäste - darunter Oberbürgermeister Joachim Wolbergs - mit auf eine Reise ins Regensburg der 1970er Jahre nahm. Sie las kurzweilige Ausschnitte aus dem Buch, musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von der Sängerin Stefanie Polster. Das Publikum war sichtlich berührt von dieser literarischen Zeitreise.
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