Großes Konzert von Robert Forster in Regensburg
Lieder, die gespielt werden müssen

Vor ausverkauftem Haus begeisterte Robert Forster, zusammen mit seiner Frau Karen Bäumler, die ihn auf einigen seiner Lieder begleitete, seine treue Fangemeinde mit neuen und alten Go-Between-Songs. Bild: Voit
Kultur
Regensburg
20.12.2015
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Es geht viel um Freundschaft an diesem Abend, um Erinnerungen und den Regen. Robert Forster, der große australische Singer/Songwriter, ist auf seiner kleinen Europatour in seine zweite Heimatstadt Regensburg zurückgekehrt und hat Fans und Freunde um sich geschart.

Eingeladen hatte ihn sein alter Freund, der Buchhändler Ulrich Dombrowski, und da diesmal der Buchladen zu klein gewesen wäre, zog man ins Deggingerhaus um. Ausverkauft natürlich, seit Monaten.

Von der Kritik hoch gelobt


Kein Wunder, denn schließlich hatte Robert Forster sein aktuelles Album "Songs To Play" - sein erstes seit sieben Jahren - mit im Gepäck, das von der Kritik hoch gelobt wurde. Lieder, die gespielt werden müssen - auch das könnte das Motto dieses Abends sein, und Robert Forster zeigt sich, nur auf der akustischen Gitarre begleitet - und mit Unterstützung seiner Frau Karen Bäumler an der Violine - in bester Spiellaune. "Rock'n'Roll Friend" ist die erste Nummer, und die Fans gehen begeistert mit: Der Musiker hat hier ein Heimspiel. Mit "A Poet Walks" und "Let Me Imagine You" folgen weitere Lieder der neuen CD und "Turn On The Rain" ist eine Hommage an CCR und John Fogerty, der, nach Forsters Meinung "brillante Regen-Lieder geschrieben hat". Auch wenn der Sound nicht der beste ist, bereitet es ihm große Freude, seine Songs zu spielen. Im schwarzen Anzug mit weißem Hemd, nippt er vom Weizen ("This is alkoholfrei"), tänzelt der schlacksige 58-Jährige entspannt über die Bühne und erzählt kleine Geschichten, wie zum Beispiel bei "Songwriters On The Run", wo zwei Liedermacher, die aussehen wie Kris Kristofferson, in Denim-Jeans und -Jacken im Gefängnis landen, ausbrechen, schließlich an einem Lagerfeuer ende und sich dort gegenseitig ihre Lieder vorspielen.

"Für Selbstbestätigung".


Für das ironische "I Love Myself (And I Always Have)" sucht er nach einem bestimmten deutschen Ausdruck und freut sich extrem, als ihm ein Besucher das Wort Selbstbestätigung zuruft - ihm signiert er später sogar die Platte mit "Für Selbstbestätigung".

Er berichtet nicht nur von seiner Zeit in Alteglofsheim und Regensburg, sondern auch von seinen beiden Lieblingsgeschäften dort. Eines gehört dem Schuster Eckert. Und immer wenn die Familie in die Oberpfalz kommt, bringt sie ihre Schuhe aus Australien mit und lässt sie dort richten. Und der Schuhmacher freut sich immer: "Ah, die Forsters sind wieder da!"

So wird dieser Abend, bei dem auch Songs von weiteren Solo-Alben und aus Go-Betweens-Zeiten zu hören sind, zu einem großen Treffen von alten Freunden, es geht familiär zu, freundliche Blicke werden ins Publikum geworfen. Als das offizielle Programm beendet ist, hat Robert Forster noch Lust, weitere Lieder zu spielen, singt "The House That Jack Kerouac Built" und auf besonderen Wunsch "Danger In The Past".

Und als hier die Anlage komplett den Geist aufgibt, tritt der Singer/Songwriter an den Bühnenrand und spielt das Lied ohne Verstärker und Mikro zu Ende - und die Fans lauschen ihm andächtig. Ein großer Abend - schöner hätte er nicht enden können!
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