Höhepunkt der „Odeon-Concerte“: Klaus Maria Brandauer und Enoch zu Guttenberg gemeinsam auf ...
Ausdrucksstarker Abschluss

Klaus Maria Brandauer. Bild: Christof Mattes
Kultur
Regensburg
13.05.2016
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Von Stefan Rimek

Regensburg. Als großes Finale der aktuellen Spielzeit der Regensburger "Odeon-Concerte" ist der gemeinsame Auftritt von Schauspieler Klaus Maria Brandauer und Dirigent Enoch zu Guttenberg, inklusive dessen Münchner Orchester Klangverwaltung und der Chorgemeinschaft Neubeuern, angekündigt. Es wird in der Tat ein glanzvoller und hochkarätiger Abschluss der jetzigen Reihe.

Die große Qualität des Orchesters - das ja bei den "Odeon-Concerten" nicht zum ersten Mal zu hören war - zeigt sich bereits in der interpretierten Sinfonie Nr. 7 von Ludwig van Beethoven, die es vor der Pause gibt. Schön gediegen geht Enoch zu Guttenberg die Einleitung an, um dann die Steigerungen in überzeugendem Kontrast herauszustellen und das rhythmisch geprägte Hauptthema des Kopfsatzes glanzvoll in Szene zu setzen.

Immer vorangetrieben


Feierlich und mit Würde agiert das Orchester im berühmten Trauermarsch des zweiten Satzes, ohne dabei den hier doch auch angemessenen Schwung zu verlieren. Packend flott kommt danach das Scherzo daher, aber das Orchester läßt in den choralartigen Passagen auch das Pathos nicht vermissen.

Im Finalsatz feuert Guttenberg die Ausführenden immer wieder an und trotz der energiegeladenen Aufführung zeigt das Orchester eine faszinierende Geschlossenheit bis in die letzten Tutti-Schläge.

Nach der Pause kommt dann das, was viele der Besucher im ausverkauften Audimax der Regensburger Universität neugierig erwarten: Die Umsetzung von Felix Mendelssohn-Bartholdys Schauspielmusik zu Shakespeares Komödie "Ein Sommernachtstraum" durch das Orchester, den Chor und Klaus Maria Brandauer, der dafür eine eigene Textfassung geschaffen hat, in der er alle Rollen selbst rezitiert und zeitweilig den Erzähler übernimmt.

Wer nun geglaubt hat, dabei handle es sich um eine mehr oder weniger szenische Lesung mit wenig Bühnenaktion, der hatte sich getäuscht. Denn Brandauer gibt alles: Er schreit, tobt, flüstert, wälzt sich auf dem Boden und bezieht auf humorvolle Art Musiker und Publikum in seine Bewegungsabläufe mit ein. Er schlüpft in Dialekte und ausländische Akzente und glänzt zugleich durch schauspielerischen Ausdruck und fesselnde Gestik.

Dreistündiges Klangerlebnis


Stets bleibt Brandauer auch im innigen und kommunikativen Kontakt zum von Enoch zu Guttenberg souverän geleiteten Orchester. Lob gebührt aber auch den Sängerinnen der hervorragend einstudierten Chorgemeinschaft Neubeuern sowie den Solo-Vokalistinnen Susanne Bernhard (Sopran) und Julia Faylenbogen (Mezzo-Sopran).

Insgesamt vernimmt man an diesem Abend ein fast dreistündiges Klangerlebnis der besonderen Art, das vom Publikum zurecht mit stehenden Ovationen gefeiert wird.
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