Hommage an Eddie Constantine

Die vier Schauspieler Robert Herrmanns, Gunnar Blume, Benno Schulz und Gerhard Hermann (von links) sind alle Eddie Constantine. Bild: Jochen Quast
Kultur
Regensburg
21.03.2016
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Ziemlich genau 23 Jahre nach seinem Tod lässt seine Tochter Mia die Beziehung des legendären Schauspielers und Sängers Eddie Constantine zu Deutschland noch einmal aufleben. Die Regisseurin am Theater Regensburg zeigt dort eine unterhaltsame Revue zum Leben und Werk des Vaters.

Vielleicht war es nur ein PR-Gag, dass das Geburtsdatum des Schauspielers und Sängers Eddie Constantine angeblich ungeklärt gewesen sei und er sich darum nie gekümmert habe. Heute nimmt man mit ziemlicher Sicherheit an, dass der Sohn eines russischen Vaters und einer polnischen Mutter am 29. Oktober 1917 in Los Angeles das Licht der Welt erblickte. Gestorben ist er auf jeden Fall am 25. Februar 1993 in Wiesbaden.

Mit Fassbinder und Wenders


Letzteres ist nicht die einzige Beziehung, die Eddie Constantine zum deutschen Sprachraum hatte. So ging der US-amerikanische Künstler 1933 nach Wien, um Gesang zu studieren. Nachdem er sich vom humoristischen Draufgänger zum Charakterdarsteller gewandelt hatte, war er in den 70er Jahren im Autorenkino von Rainer Werner Fassbinder und Wim Wenders zu erleben.

Aber er spielte auch in Udo Lindenbergs "Panische Zeiten" und hatte bereits 1953 mit dem Schlager "Schenk deiner Frau doch hin und wieder rote Rosen" einen ersten Hit in den deutschen Charts. Den Durchbruch als Schauspieler erzielte er jedoch in seiner Paraderolle als US-Agent Lemmy Caution in den US-Produktionen der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts.

So stellt die am Theater Regensburg engagierte Regieassistentin und Regisseurin Mia zusammen mit ihrer Mutter Maya Constantine und der Schauspieldirektorin des Theaters Regensburg, Stephanie Junge, eine Hommage auf die Beine, welche das abwechslungsreiche Leben Eddie Constantines revueartig auf die Bühne bringt.

Dabei lässt sich die Regisseurin einige Raffinessen einfallen. So wird quasi interaktiv von der Bühne in alte Schwarzweiß-Filme telefoniert, Filmszenen werden auf der Bühne live gespielt oder auf Großleinwand projiziert, wobei sowohl echte Filmausschnitte als auch von den Regensburger Schauspielern nachgestellte und auf Retro getrimmte Szenen zu erleben sind. Lob gebührt hier auch Arpad Dobriban für die Videokunst.

In der Produktion beweisen Gunnar Blume, Gerhard Hermann, Benno Schulz und Robert Herrmanns als Eddie sowie Susanne Berckhemer in den Rollen der Edith Piaf und Natascha ihre Vielseitigkeit, die vom Solo- und Harmoniegesang über schauspielerische Fähigkeiten bis hin zum Revue- und Stepptanz reicht. Besonders berührend singt Benno Schulz Edith Piafs "Non, je ne regrette rien" und Adeles "Skyfall".

Sinn für Spannung


Bei den Arrangements muss man dem musikalischen Leiter Ralf Schurbohm ein großes Kompliment machen, zeigt er in seinen Bearbeitungen doch viel Kreativität, Originalität und Fingerspitzengefühl für die jeweilige Besetzung. Vom Flügel aus leitet er die Band, bestehend aus Petra Fierlbeck am E-Bass und der E-Gitarre, Rudi Haunstein am Schlagzeug und Thorsten Werner am Saxophon, mit Sinn für die Spannungsbögen und in kommunikativem Kontakt zu den Bühnenakteuren. So war der intensive und lang anhaltende Applaus an diesem Premierenabend im gut gefüllten Theater am Bismarckplatz in jeder Hinsicht gerechtfertigt.
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