Interview mit Markus Engelstädter
„Mercury covern funktioniert nicht“

Der Magie der Musik von Queen geht Markus Engelstädter beim jährlichen "Engelstaedter Open Air" am 24. Juli in Weiherhammer mit persönlichen Versionen der Klassiker auf den Grund. Bild: Christian Simmerl
Kultur
Regensburg
10.06.2016
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"Eine Nacht, an die man sich erinnert" sollte es vor zehn Jahren werden. Daraus wurden viele Nächte. Markus Engelstädter (38) wird sichtlich emotional, wenn er über sein Open Air erzählt. Die brandneue Queen-Show wird unbestritten einer der Höhepunkte des Jahres für den Regensburger Sänger. Aber nicht der einzige.

Was machen Sie im Augenblick?

Markus Engelstädter: Wenn ich gerade auf meinen Schreibtisch schaue, weiß ich nicht, was ich zuerst machen soll (lacht). Aber derzeit bereite ich mich auf die Open-Air-Saison vor und stecke mitten in der Organisation für das "Engelstaedter Open Air" am 24. Juli.

Das Open Air gehört zu Ihren ältesten Projekten. Was reizt daran immer wieder?

Es begann alles 2006 mit einem Konzert auf Burg Leuchtenberg unter dem Motto "One Night to Remember". Da glaubte noch keiner wirklich daran, dass man jedes Jahr ein neues Programm auf die Beine stellen kann und sich irgendwann das "Engelstaedter Open Air" daraus entwickeln würde. Ich fand es schon immer wichtig, in dieser Region das sogenannte "Live-Event" nicht aussterben zu lassen.

... was sich zunehmend beobachten lässt ...

Ja, es gibt leider immer weniger Veranstalter, die sich zutrauen, eine Open-Air-Veranstaltung auf die Beine zu stellen, weil die Kosten und damit das Risiko enorm sind. Da ich es schon immer spannend fand, ein eigenes Event zu organisieren und somit alle Freiheiten zu haben, habe ich es einfach gewagt - und es hat zum Glück immer geklappt. Es ist aber, ehrlich gesagt, schon ein Riesen-Kraftakt für alle Beteiligten, sowohl auf als auch hinter der Bühne. Ohne Ehrgeiz und ein großes Stück "Verrücktheit" würde es nicht funktionieren.

Was ist in der Version 2016 anders?

Die komplette Show ist brandneu. "The Magic of Queen - Classic" war erst zwei Mal auf der Bühne zu sehen. Die größten Hits und Klassiker der Kultband Queen in neuen Arrangements für Band und Streichorchester. Bernd Meyer und ich haben sehr viel Arbeit in die neuen Arrangements gesteckt. Das Publikum darf sich auf opulente Songs wie "Who Wants to Live Forever" genau so freuen, wie auf Rock-Klassiker "Don't Stop Me Now". Für alle, die richtig abrocken wollen, bieten wir dieses Jahr auch Stehplatz-Tickets an, damit jeder das Konzert auf seine Weise genießen kann.

Was bedeutet Queen für Ihre eigene musikalische Entwicklung?

Natürlich hat Freddie Mercury und Queen meinen Gesangsstil geprägt, ich würde mich aber nicht als Freddie-Mercury-Double bezeichnen. Im Gegenteil - ich interpretiere die Songs von Queen auf meine eigene Weise. Mercury zu covern, das funktioniert nicht und das möchte ich auch nicht. Mich freut es immer sehr, wenn Zuhörer mir sagen, man höre bei meiner Interpretation den "Engelstaedter" schon raus ... und das ist gut so.

Gibt es etwas, worauf Sie sich heuer besonders freuen?

Ich bin wahnsinnig stolz, dieses Jahr die Sopranistin Aurora Perry als Special-Guest dabei zu haben. Sie hat mit ihrer Interpretation der "Königin der Nacht" aus der "Zauberflöte" europaweit für Aufsehen gesorgt und wird an diesem Abend mit mir die Hymne "Barcelona" zum Besten geben. Eine fantastische Sängerin und ein wundervoller Mensch - ich freue mich riesig.

Was erwartet die Zuschauer sonst?

Eine tolle Bühne, eine grandiose 17-köpfige Band, zweieinhalb Stunden Hits der Kultband Queen, 50 Meter Bar mit coolen Drinks und erlesenen Weinen, kulinarische Köstlichkeiten und hoffentlich gutes Wetter. Kurz: ein unvergesslicher Sommerabend in einem einmaligen Ambiente rund um das Innovision Center Weiherhammer am Hammerweiher.

Was steht nach dem Open Air an?

Schon zwei Tage später hat das nächste neue Programm Premiere: Beim Palazzo-Festival in Regensburg präsentieren wir das erste Mal "The Acoustic Concert". Songs reduziert auf das Wesentliche, in kleiner, aber feiner Besetzung unter anderem mit Gerwin Eisenhauer, Bernd Meyer, Uli Zrenner-Wolkenstein und Herb Berger aus Wien. Danach geht es weiter mit Pink Floyd's "The Wall", eine große Produktion um Gerwin Eisenhauer mit Band, Streichern und Chor. Da spielen wir einige schöne Open-Air-Termine, darunter in Luxemburg und quer durch Deutschland.

Gibt es in dem Kontrastprogramm aus verschiedensten Projekten ein besonderes Highlight?

Mitte August geht's für mich nach Brasilien zu den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro. Neben dem offiziellen Empfang der deutschen Athleten im deutschen Konsulat, wird es auch ein Konzert direkt am Strand von Ipanema geben. Ich freue mich wahnsinnig, meinen Freund Marco Lobo wiederzusehen, der schon des öfteren bei meinen Konzerten als Percussionist auf der Bühne zu bewundern war. Jetzt werden wir endlich gemeinsam in seiner Heimat in Rio auf der Bühne stehen - das ist 'ne super Sache!

Zuletzt eine Frage, die Sie wahrscheinlich schon nicht mehr hören können: Wie laufen die Arbeiten am eigenen Album?

Ein langes Thema. Derzeit halte ich nach Produzenten Ausschau und bin in Kontakt mit einigen Songwritern. Songs aus meiner Feder wird es auf jeden Fall auch geben, soviel kann ich schon einmal verraten. Ich werde mir aber definitiv die Zeit nehmen, die ich brauche, um ein gutes Album auf den Markt zu bringen. Viele Fans warten schon lange darauf, endlich eigene Songs von mir zu hören - und ich werde sie sicher nicht enttäuschen. Ein bisschen Geduld muss man aber noch haben.

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Karten für das "Engelstaedter Open Air 2016" beim NT/AZ/SRZ-Ticketservice unter Telefon: 0961/85-550, 09621/306-230 oder 09661/8729-0
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