"Kongeniale Achse" der Künste

In blau und rot erstrahlte das neue Schmuckstück am Bismarckplatz, das Haus der Musik, am Freitagabend zur offiziellen Eröffnung. Bild: Gibbs
Kultur
Regensburg
23.02.2015
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Ein prächtiger Platz, eingerahmt von zwei Häusern der schönen Künste: Diesen Traum hat sich Regensburg für viel Geld verwirklicht. Gegenüber dem Stadttheater am Bismarckplatz wurde am Freitagabend das "Haus der Musik" im umgebauten Präsidialpalais eröffnet.

17,5 Millionen Euro - knapp eine Million mehr als noch 2012 geschätzt - kosteten Kauf und Umgestaltung des Gebäudes, das zuletzt das Polizeipräsidium beherbergte. Nach zweijährigen Sanierungsarbeiten stehen nun knapp 3000 Quadratmeter Nutzfläche für die Sing- und Musikschule sowie für das Kinder- und Jugendtheater bereit. 45 Lehrkräfte und über 2000 Schüler finden in dem architektonischen Schmuckstück im Herzen der Altstadt eine neue Heimat.

Festredner Goppel

Mit Musik und Kunst auf höchstem Niveau wurde am Freitagabend im Neuhaussaal des Theaters die Eröffnung gefeiert. Das Philharmonische Orchester, der Opernchor des Theaters, der Cantemus-Chor, Solisten und der Theaterjugendclub gaben einen Einblick in ihr Können. Festredner Thomas Goppel, Präsident des Bayerischen Musikrats und Staatsminister a.D., verwarf kurzerhand sein zehnseitiges Manuskript. "München, pass auf, Regensburg formiert sich", sagte er kurz und knapp. Mit dem Haus der Musik habe Regensburg eine Stätte, die ihres Gleichen sucht und "Wallfahrten auslösen wird, zumindest unter Musikern".

Oberbürgermeister Joachim Wolbergs dankte seinerseits Goppel, der während der Planungs- und Bauphase immer wieder als "Türöffner" aufgetreten sei. Wolbergs räumte ein, dass die Entscheidung für das Haus der Musik im Stadtrat nicht einfach gewesen sei, da der Kostenrahmen anfangs nicht genau abzusehen war. "Das ist aber richtig gut angelegtes Geld", zeigte sich Wolbergs überzeugt. "Wir wollen Kindern und jungen Menschen eine Chance geben. Das tut man besonders, indem man ihnen ermöglicht, dass sie sich künstlerisch, musisch und kreativ betätigen können." Deshalb habe die Stadt auch das Lehrpersonal an der Musikschule verstärkt, um die Wartelisten abzubauen.

Besonders dankte der OB Kulturreferent Klemens Unger, der das Projekt von der Idee bis zur Eröffnung vorangetrieben habe. Es sei die richtige Entscheidung gewesen, das Präsidialpalais 2011 vom Freistaat zu erwerben. So sei das Gebäude auf einem der schönsten Plätze der Stadt in öffentlicher Hand geblieben und beherberge heute nicht "irgendeine Bank oder Versicherung".

Begeistert zeigte sich Jens Neundorff von Enzberg, Intendant des Theaters Regensburg, über das finanzielle Engagement der Stadt für die musische und künstlerische Ausbildung von jungen Menschen. "Wir können nicht früh genug anfangen, kulturelle Werte zu vermitteln." In anderen Städten habe er oft schwierige Debatten über Geldmittel für Kultur erlebt. "Ich bin stolz, dass ich nicht Totengräber sein muss, sondern dabei bin, wenn eine neue Spielstätte eröffnet wird." Als "kongeniale Achse" bezeichnete der Intendant die räumliche Nähe von Haus der Musik und Theater.

Vielfältige Plattform

In historischer Bausubstanz angesiedelt und gleichzeitig mit modernster Technik ausgestattet, soll das Haus der Musik unter Leitung von Wolfgang Graef-Fograscher allen Musikinteressierten eine Plattform bieten. Das von seinem eindrucksvollen Säuleneingang geprägte Gebäude bietet Platz für einen kleinen Konzertsaal für rund 80 Personen, zwei Probesäle, einen Theatersaal, ein Tonstudio, eine Musikinstrumente-Ausstellung, eine musiktherapeutische Einrichtung, ein Café und einen Aufenthaltsraum für Schüler und Eltern. Am Samstag konnten sich Interessierte bei einem "Tag der Offenen Tür" selbst ein Bild machen.
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