Konzert im Audimax
Startrompeter Gábor Boldoczki und das Orchester „Prague Philharmonie“ in Regensburg

Kultur
Regensburg
15.12.2015
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Nicht selten wird der 1976 im ungarischen Szeged geborene Trompeter Gábor Boldoczki als "Ausnahmeerscheinung" seines Genre bezeichnet. Im Rahmen der Regensburger "Odeon-Concerte" bewies der zweifache Echo-Klassik-Preisträger nun mit seinem aktuellen Programm "Tromba Veneziana" einmal mehr, dass dieses Lob keinesfalls übertrieben ist.

Wie der Name schon vermuten ließ, bestand das Programm größtenteils aus Kompositionen des venezianischen Barock. Vor allem wenn man bedenkt, was auf der schwer zu spielenden Barocktrompete in so manchen Oratoriumsaufführungen an ungewollter Schrägheit geboten wird, dann wiegt die Leistung Boldoczkis umso höher. Denn wie sauber er auf diesem kleinen Blasinstrument auch an diesem Abend intonierte und mit welcher Energie er virtuose Passagen anging, das besitzt wirklich Seltenheitswert.

Kongeniales Orchester


Mit der vom Konzertmeister Jan Fiser geleiteten "Prag Philharmonie" hatte Boldoczki ein kongeniales Kammerorchester an seiner Seite. Die große Klasse dieses Ensembles zeigte sich bereits in den einleitend interpretierten "Introduttioni teatrali" op. 4, Nr. 2 in F-Dur von Pietro Antonio Locatelli. Angemessen flott, aber nicht überhastet ging der Klangkörper den Kopfsatz an, um im zweiten Satz mit gedämpft agierendem Generalbass-Cembalo einen schön kontrastierenden Andante-Charakter zu erzeugen.

Auch in Arcangelo Corellis Concerto grosso op. 6 Nr. 8 bestach das Orchester durch große Geschlossenheit. Zu einem wunderschönen Klangerlebnis wurde an diesem Abend auch die Suite Nr. 3 "Antiche danze ed arie" aus der Feder von Ottorino Respighi. Der 1936 verstorbene Komponist wandte sich in dieser 1931 geschaffenen Suite Lautensätzen der italienischen Renaissance und des Frühbarock zu.

Beeindruckend synchron und mit filigranem Gespür setzten die Violoncelli im zweiten Satz die dem Werk zugrunde liegende Lautenpartitur des französchen Komponisten Jean-Baptiste Besard um.

Mit der beeindruckenden Leistung in den reinen Orchesterwerken stellte sich der Klangkörper als gleichberechtigter Partner neben den Solisten Gábor Boldoczki, der in Trompetenkonzerten von Vivaldi und Torelli bis in die Triller hinein durch Exaktheit, einen warmen Ton und viel Gefühl für die Spannungsbögen agierte.

Auffallend war auch der innige Kontakt zwischen Solist und Orchester. Das gilt auch für die Stücke, in welchen Konzertmeister Jan Fiser mit der Violine den zweiten Solopart übernahm.

Vivaldi mit feinen Details


In der zweiten Zugabe konnte man Gábor Boldoczki dann noch in Klängen von Vivaldi auf dem Flügelhorn erleben und auch hier beeindruckten der glasklare und saubere Ton, das Umsetzen von Dynamik-Nuancen sowie das feine Gespür für die Details der Partitur.
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