Konzert-Trilogie an einem Tag

Kultur
Regensburg
28.05.2015
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Wie schon in den ersten beiden Tagen, boten die "31. Regensburger Tage Alter Musik" ein stilistisch breitgefächertes und musikalisch hochwertiges Angebot, das etwas Außergewöhnliches bot. Die Rede ist von einem Konzert in drei Teilen, in dem die italienische Formation "Concerto Palatino" unter der Leitung von Joshua Rifkin den gesamten Inhalt aus der im Jahre 1610 veröffentlichten Sammlung geistlicher Werke von Claudio Monteverdi zur Aufführung brachte.

Somit konnte man in der Dominikanerkirche die "Missa in illo tempore" und später verschiedene Konzertwerke des italienischen Frühbarock-Komponisten erleben. Nach diesen beiden jeweils halbstündigen Auftritten folgte noch als rund 80-minütiges Nachtkonzert mit Monteverdis "Vespro della beata vergine" der Höhepunkt dieser nicht alltäglichen Konzert-Trilogie. Dirgent Joshua Rifkin, der bei den Regensburger Tagen Alter Musik bereits 1991 und 1997 mit seinem damaligen New Yorker "Bach Ensemble" durch vokale Minimalbesetzungen bei Bachs "Johannespassion" beziehungsweise "h-Moll Messe" beeindruckt und polarisiert hatte - entschied sich auch hier für eine kleine Besetzung.

Das beeindruckende Nachtkonzert zeigte, dass auch diese Entscheidung nachvollziehbar ist. Denn erstens vernahm man in dieser Aufführung eine große Transparenz und zweitens trug diese dazu bei, dass man die an der Schwelle von der Renaissance zum Barock stehende Kompositionstechnik Monteverdis, die Stile beider Epochen enthält, besser aufnehmen und verstehen konnte.

Das lag aber auch an der souveränen Leistung aller beteiligten Ausführenden. So gelang es den zehn Vokalisten in den polyphonen Passagen imponierend saubere Harmonien ohne störendes Vibrato zu erzeugen, aber auch sämtliche virtuosen Koloraturen der Solostimmen setzten die Sänger mit Präzision um. Hinzu kam ein hervorragendes Gespür für jedes Detail der Partitur. Auch verlieh Rifkin so mancher emotionalen Tiefe der Komposition und des Textes durch Dynamiknuancen sowie kleine Acceleradi oder Ritardandi geschickt Ausdruck, ohne dabei die Würde des geistlichen Werks zu verletzen. Die Vokalisten sowie die Instrumentalisten folgten dem Dirigenten dabei geschlossen bis in die kleinste Verästelung. Zweifelsohne erlebte man mit dieser Konzert-Trilogie beim insgesamt 15 Konzerte sowie die Instrumenten-Ausstellung umfassenden Festival etwas sehr Kostbares.
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