Künstler Rudolf Koller stellt im Leeren Beutel aus
Schonungslose Schärfe

Egal ob Kröten oder Affen: Rudolf Koller nimmt sich die Natur vor und zeigt diese auf faszinierend unbarmherzige Weise. Bild: Wolke
Kultur
Regensburg
08.04.2015
68
0
Geburt, Heranwachsen, Vergehen, Tod. Es ist der große Kreislauf des Lebens, den Rudolf Koller immer wieder thematisiert. Die Ausstellung in der Städtischen Galerie im Leeren Beutel führt dies eindrucksvoll vor Augen. Landschaft, Akte, Tiere, Alter und Vergänglichkeit: Das sind die Bereiche, in die sich die Bilder und Figuren der Werkschau Rudolf Kollers aufteilen.

Kulturförderpreis 1983

Die Ausstellung präsentiert die ganze Bandbreite eines Künstlers, der sich in Regensburg und darüber hinaus längst einen Namen gemacht hat. Arbeiten Kollers finden sich im Regensburger Dom und in den städtischen Museen. Bereits 1983 erhielt der Maler, Bildhauer und Kunsterzieher den Kulturförderpreis der Stadt Regensburg.

In der "Position R" ist Koller demnach gut aufgehoben. Bereits zum vierten Mal präsentiert der Leere Beutel anhand dieses Ausstellungsformats eine bedeutende Regensburger Position im Bereich der Kunst. Wie schon die vorherigen Schauen entstand auch diese in Zusammenarbeit mit dem Institut für Kunsterziehung an der Universität Regensburg. Der Künstler selbst hat einen besonderen Bezug zum Institut für Kunsterziehung. In den 1980er Jahren war er dort Dozent für Malerei, zeichnerisches Naturstudium und Plastik. Ein Schaffenskanon, der auch in der aktuellen Ausstellung zur Geltung kommt. Der Naturbetrachtung gilt das Hauptinteresse Kollers. Mit scharfem Blick, der bis zur Unbarmherzigkeit geht, gibt er Tier und Mensch wieder. In schonungsloser Unschönheit zeigt er schlaksige Schenkel, wabbeliges Fleisch und schlaffe Haut, sei es bei Mensch oder Tier. Alte Frauen kommen in den dunklen Zeichnungen Kollers als Akt aufs Papier. Kröten und Affen führt der Künstler als dem Menschen anatomisch ähnliche Kreaturen vor. Selbst die Landschaft erscheint bei ihm stets stürmisch und wüst.

Faszination übertragen

Ein bisschen Oskar Kokoschka, ein bisschen Käthe Kollwitz, ein bisschen Alfred Kubin. Die Arbeiten Kollers verleiten zu Vergleichen im Bereich der Kunstgeschichte des frühen 20. Jahrhunderts. Fest steht, dass der Künstler es fertig bringt, die Faszination solcher Meister in die zeitgenössische Kunst zu übertragen.

___

Die Ausstellung "Position R4 - Rudolf Koller" läuft bis zum 3. Mai in der Städtischen Galerie im Leeren Beutel in Regensburg. Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag von 10 bis 16 Uhr. Am 1. Mai ist geschlossen. Am ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt frei. Weitere Informationen gibt es unter Telefon 0941/507-2440 oder www.regensburg.de.
Weitere Beiträge zu den Themen: April 2015 (8563)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.