Künstlerin Kuzu stellt Werke aus
Blumenköpfe und Blätterfall

Kultur
Regensburg
10.05.2016
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Die spanische Künstlerin Kuzu fordert das Publikum beim Kunstverein Graz zur Interpretation heraus. Ein Anliegen hat sie an die Gäste, und das ist kein geringes.

Man möge ihr doch bitte sagen, was sie mit ihrer Kunst sagen will. Klar, dass die aus Valencia stammende und in Schwäbisch Gmünd lebende Künstlerin selbst eine Ahnung davon hat, um was es in ihren raumfüllenden Installationen oder kleinformatigen Zeichnungen geht. Aber vom Publikum habe sie auf ihrem Weg zwischen Spanien, Paris und Deutschland schon so viel gelernt, betont die Künstlerin.

Und darum bittet Kuzu bei ihrer neuen Ausstellung im Kunstverein Graz auch die Regensburger: "Gebt meinen Werken Titel. Beschreibt, was meine Arbeiten ausdrücken." Angesichts raschelnden Herbstlaubes im Frühling und Menschenkörpern, deren Köpfe durch Blüten ersetzt sind, steht der Interpretation also nichts im Wege. Eine Scheu vor der eigenen Beurteilungsfähigkeit von Kunst ist genau das, was Kuzu aus dem Weg räumen will. "Die Besucher sollen frei an meine Arbeiten herangehen", so die Hoffnung der Künstlerin.

Fantasie gefragt


Dass die vielfältigen Eindrücke, die die Betrachter an die Wand und auf ausgelegte Zettel schreiben dürfen, dabei durchaus systematisch ausgewertet werden, lässt der Titel der Schau erahnen: "Multiundiszipliniert" lautet der Name dieser Ausstellung, bei der Künstler und Publikum systematisch zusammenarbeiten sollen.

Für Pedro Alvarez ist die Herausforderung zur Interpretation das Stichwort. Der Mitveranstalter des spanischen Kulturfestivals "cinEScultura", in dessen Rahmen die Ausstellung stattfindet, hat viel zu sagen über das Werk seiner Landsmännin.

Angefangen bei Assoziationen zu den Surrealisten - bei Kuzu zerfließen zwar keine Uhren, aber ihre Bilder biegen sich schon mal ums Eck - sieht Alvarez auch Einflüsse der fernöstlichen und der orientalischen Kunst im Werk der Künstlerin. In der Tat lassen die oben erwähnten Symbiosen aus Mensch und Blume an René Magritte denken, während die Verwendung asiatischer Schriftzeichen einen eindeutigen Bezug nach Fernost aufzeigen.

Interessant wird es bei der Interpretation des raschelnden Herbstlaubes, das in den Ecken der Ausstellung liegt und ein unbemerktes Herantreten an die Arbeiten nahezu unmöglich macht. Einen in unserer Gesellschaft allgegenwärtigen "Peter-Panismus" macht Pedro Alvarez angesichts der Herbststimmung mitten im Frühling aus.

Immer jung


Gemeint ist der Glaube an die ewige Jugend, den hier aber nicht nur die welken Blätter, sondern auch die großformatigen Fotografien eines schelmisch drein blickenden und in die Jahre gekommenen Spaniers mit Baskenmütze widerlegen. Augenzwinkernd präsentiert sich nicht nur der abgelichtete Alte, sondern auch die Künstlerin selbst.

Denn was ihre Arbeiten tatsächlich zu bedeuten haben, das überlässt sie kurzerhand dem Betrachter. Wer eine Idee dazu hat, möge diese bitte aufschreiben.

AusstellungDie Ausstellung "Multiundiszipliniert" der Künstlerin läuft bis Samstag, 21. Mai, im Kunstverein Graz, Schäffnerstraße 21, in Regensburg. Öffnungszeiten Freitag und Samstag von 16 bis 19 Uhr. Informationen unter www.kunstvereingraz.de. (wsu)
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