Kulturpreis für Paul Schinner
Starker Wille zur Perfektion

Aus den Händen von Oberbürgermeister Joachim Wolbergs (rechts) erhält der Nabburger Künstler Paul Schinner den Regensburger Kulturpreis. Der Politiker würdigt ihn als eine der "bedeutendsten Persönlichkeiten der ostbayerischen Kunstszene". Bild: Stadt Regensburg/Effenhauser
Kultur
Regensburg
19.07.2016
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Traditionell werden bei dem Empfang für die Künstler und Kulturschaffenden in Regensburg auch Preise vergeben. Den diesjährigen Kulturpreis bekommt der Nabburger Bildhauer, Zeichner und Grafiker Paul Schinner für sein Lebenswerk.

Oberbürgermeister Joachim Wolbergs beschreibt in seiner Eröffnungsrede die Lebendigkeit der hiesigen Kulturszene und würdigt bei der nachfolgenden Aufzählung all das, was sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten entwickelt hat. "Zeitlebens suchte Paul Schinner den künstlerischen Dialog von Figuration und Abstraktion", würdigt Wolbergs das vielfältige Schaffen des 79-jährigen Oberpfälzers. Über Jahrzehnte hat der "kreative Handwerker", wie er sich selbst bezeichnet, immer wieder in Regensburg ausgestellt und auch sonst vielfältige Verbindungen zur Stadt. Bei ihm gebe es niemals eine bestimmte Richtung, zitierte der OB den Kunsthistoriker Dr. Herbert Schneidler, vielmehr gehe "es ihm um die Gleichzeitigkeit der genannten Pole". In seinen Arbeiten, ob dem Silberschmieden oder dem Zeichnen, komme ein enorm starker Wille zur Perfektion zum Ausdruck. Schon lange zähle Schinner "zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der ostbayerischen Kunstszene".

Schwerpunkt Museen


Mit Kulturförderpreisen werden in der Minoritenkirche die im Bereich der Druckgrafik engagierte, aus Straubing stammende Christina Kirchinger, der Maler und Street-Artist Rayk Amelang und der Chorleiter, Kirchenmusiker und Kulturethnologe Joseph Wasswa aus Uganda ausgezeichnet. Den mit 1000 Euro dotierten Universitätspreis erhält der Wissenschaftler Dr. Alexander Probst.

Einen besonderen Fokus legt der Politiker in seiner Rede auf die Museen. In diesem Bereich "stehen große Projekte in Planung, in Aufbau und Umsetzung". Damit bezieht er sich auf das neue Museum der Bayerischen Geschichte an Donaumarkt mit "einer innovativen und modernen Architektur", wie auf städtische Einrichtungen, unter anderem dem Leeren Beutel. Vordringlich sei die "Sanierung des Historischen Museums am Dachauplatz", hebt er hervor sowie die "Neukonzeption der gesamten Museumslandschaft".

Damit verbunden sieht er die dringend notwendige "Lösung der Depot-Frage" im Neubau eines Zentraldepots für die Museen und das Stadtarchiv. Dieses soll einschließlich eines integrierten Forschungszentrums bis 2019 an der Franz-Josef-Strauß-Allee entstehen. Damit würde "eine ämterübergreifende Zusammenarbeit zur Dokumentation der Geschichte Regensburgs" erstmals ermöglicht.

Neue Konzepte


Als weiteres städtisches Museumselement rückt er die Regensburger "documente", die Schnupftabakfabrik das "document Reichstag" und das "document Römisches Regensburg" ins Zentrum. Zu diesen Erlebnisorten, wo Geschichte authentisch, "ohne ausgestellte Exponate, in außergewöhnlicher Inszenierung" erlebt werden könne, komme ein weiteres hinzu. Bis zum Jahr 2018 "wird das Kepler-Gedächtnishaus mit der Neugestaltung und Neukonzeption der Dauerausstellung ebenfalls in ein "document" umgewandelt". Die Kosten hierfür bezifferte Wolbergs auf eine Dreiviertel Million Euro.

Über Jahrzehnte hat der "kreative Handwerker", wie er sich selbst bezeichnet, immer wieder in Regensburg ausgestellt und auch sonst vielfältige Verbindungen zur Stadt.Oberbürgermeister Joachim Wolbergs
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