Kunsthistoriker Rudolf Reiser stellt mögliche Sensation im Historischen Museum vor
Dürer oder nicht Dürer - das ist die Frage

Rudolf Reiser glaubt in einem Werk aus dem Depot des Historischen Museums einen echten Dürer erkannt zu haben. Bild: Wolke
Kultur
Regensburg
14.10.2016
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Ein echter Albrecht Dürer, versunken im Depot des Historischen Museums zu Regensburg. Keine Frage, das wäre eine Sensation. Wäre, wohlgemerkt.

Zunächst einmal handelt es sich nämlich bei der Darstellung der Heiligen drei Könige, um die es hier geht, schlichtweg um ein Renaissance-Gemälde. Und auch wenn der Historiker Rudolf Reiser meint, bei privaten Stöberungsaktionen in der "Rumpelkammer" des Historischen Museums auf einen Schatz gestoßen zu sein, ist die Sache noch lange nicht belegt. Zumindest nicht im kunsthistorischen Sinn. Aber das tut, wenn es nach Rudolf Reiser geht, auch nichts zur Sache. Eindringlich bittet der aus München stammende Historiker in einer von ihm verfassten Broschüre den "liebenswerten Museumsdirektor Peter Germann-Bauer", "nicht Kunsthistoriker, sondern die besten archivgeschulten Historiker, die schwierigste Texte lesen können, mit der Aufarbeitung dieses sensationellen Kunstschatzes zu betrauen".

Vor "Vermodern" bewahrt


Vor dem "Vermodern in der Rumpelkammer" hat Rudolf Reiser das Gemälde nun schon mal bewahrt. Denn der liebenswerte Museumsdirektor Germann-Bauer lässt ihn die Darstellung der Heiligen drei Könige derzeit im Historischen Museum ausstellen. Die Szene, die die Weisen aus dem Morgenland bei der Anbetung des Kindes auf dem Schoß der Gottesmutter zeigt, spielt sich vor dem Hintergrund einer Stadt, die Nürnberg sein könnte, ab.

"Kenner großer Galerien"


Direkt anhand des Bildes darf Rudolf Reiser nun auch seine Thesen erläutern. Und die sind - trotz aller Archivgeschultheit des Historikers - bemerkenswert simpel: "Kein anderer Maler dieser Zeit kommt nur annähernd an Dürer und die Qualität unseres Bildes heran" - noch Fragen offen?

Nun ist Rudolf Reiser zwar kein Kunsthistoriker, dafür aber eigenen Angaben zufolge ein "Kenner der großen Gemäldegalerien zwischen Washington und Wien". Dank dieser privilegierten Stellung sieht er sein sicheres Urteilsvermögen als unanfechtbar. Mit andernorts üblichem Firlefanz wie technischen Untersuchungen des Gemäldes will er sich gar nicht lange aufhalten.

"Das ist Dürer!" Rudolf Reiser wusste es auf den ersten Blick. Und wenn es nach ihm ginge, könnte man lästige Nachforschungen ruhig sein lassen. Doch da ist Museumsleiter Dr. Germann-Bauer nun doch nicht mehr so entgegenkommend.

Urteil anderer Experten


Der hat nämlich durchaus vor, das Urteil - anderer - Experten abzuwarten. Auch auf die Gefahr hin, dass fachmännische Spielverderber alles kaputt machen könnten. Denn es "wäre" eben nur schön - ein echter Dürer in der Rumpelkammer des Historischen Museums.
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