Kunstpartner-Kalender 2017 vorgestellt
Künstler bauen eine Stadt

Wilma Rapf-Karikari und Ingo Kübler stellten den Kunstpartner-Kalender fürs Jahr 2017 vor.
Kultur
Regensburg
18.11.2016
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Von Susanne Wolke

Regensburg. Verwundern tut das eigentlich nicht: Von allen Künstlern, die im Auftrag des Kunstpartner-Kalenders das Thema Stadt umsetzen sollten, hat sich keiner an die Regensburger Altstadt herangewagt. Was einen deutlichen Trend belegt: Die pittoresken Gassen zwischen Dom und Steinerner Brücken mögen zwar ein aufstrebendes Bildmotiv herkömmlicher Kalender sein. Der Kunstpartner-Kalender jedoch tickt anders.

Dort geht es um handfeste Themen. Also nicht um malerische Motive, sondern um die Stadt als pulsierender Gigant, um ihre Bewohner, Gebäude, Straßen - und um ganz besondere Aspekte. "Stadt gestalten" lautet der Titel des Kunstpartner-Kalenders 2017. Die Initiatoren Wilma Rapf-Karikari und Ingo Kübler haben das gute Stück nun im Leeren Beutel präsentiert. Mit dabei waren auch die meisten der darin vertretenen Künstler. Rayk Amelang, Elke Bauer, Ursula Bolck-Jopp, Michael Bry, Renate Christin, Sandra Huber, Benno Hurt, Peter Litvai, Thomas Rauh, Aco Ristic, Alexander Rosol, Nico Sawatzki und Manfred Seemann: Das sind die Vertreter aus Malerei, Fotografie und Objektkunst, die diesmal die Monatsblätter des Kunstpartner-Kalenders bebildern.

Abgründe der Urbanität


Kleinstädtische Heimeligkeit kommt dabei, wie schon erwähnt, nicht zum Zuge. Auch als Bewohner eines mittelalterlichen Wunders darf man durchaus Abgründe der Urbanität aufzeigen. Das zumindest suggerieren die von Betonbauten und Hochhausschluchten bestimmten Bilder Nico Sawatzkis und Alexander Rosols. Noch weiter geht das "Hochhaus" von Thomas Rauh, ein Objekt aus Pappe, das zudem noch Slumgebiete zum Thema erhebt. Wenn schon Regensburg, dann bitte mit dem altbewährten Knick in der Perspektive. Michael Bry etwa zeigt hübsche alte Türmchen, die aber halb verdeckt sind von einem charakterlosen modernen Bau.

Kein Postkartenmotiv


Renate Christin deutet im Hintergrund ihres "Baumeisters" die Steinerne Brücke an. Allerdings so vereinfacht, dass das Bauwerk nicht mehr als klassisches Postkartenmotiv herhalten kann. Und Benno Hurt hat auf seiner Suche nach verlassenen Orten diesmal eine heruntergekommene Industrieanlage in der Straubinger Straße aufgespürt und fotografiert. Eigentlich haben die Künstler aus Regensburg und Umgebung Recht. Der etwas andere Blickwinkel auf die Welterbestadt sollte hier durchaus erlaubt sein. Schließlich ist zu erwarten, dass ein Teil der künftigen Kalenderbesitzer sowieso den echten Blick auf die Regensburger Altstadt hat. Traditionell nämlich kommt der Kunstpartner-Kalender in Arztpraxen, Kanzleien und Büros vor Ort.

Als Sponsoren hat man von dort aus bereits im vorab eine bestimmt Zahl an Kalendern bestellt. Das Projekt Kunstpartner-Kalender ist also eine kollektive Auftragsarbeit der regionalen Geschäftswelt an die regionalen Künstler. In Läden ist dieser exklusive Kalender daher nicht zu haben. Dort gibt es die traditionellen Ansichten von Dom und Steinerner Brücke.
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