"Kunstverein Graz" zeigt vielfältige Möglichkeiten der grafischen Gestaltung
Ein Ausstellungsraum macht Druck

"Zeit des Gollum" lautet der Titel dieser Frottage auf Holz. Karin Bauer zeigt die Arbeit derzeit im Regensburger "Kunstverein Graz". Bild: Wolke
Kultur
Regensburg
10.07.2015
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Auf ein bestimmtes Ausstellungsformat festlegen, das lässt sich der "Kunstverein Graz" in Regensburg nicht. Gruppenausstellungen sind es meistens, ja. Aber dabei reicht die Bandbreite von thematisch ausgewählten Zusammenstellungen über Künstlervereinigungen bis hin zum Übungsfeld für den kuratorischen Nachwuchs.

Mit der aktuellen Ausstellung gibt sich "Graz" nun betont seriös. "Druck machen. Wenn aus Druck Kunst wird." So lautet der Titel der Schau, die sich bei der Namensgebung zwar ein kleines Wortspiel erlaubt, ansonsten aber geradezu didaktisch vorgeht. Ganz bodenständig sollen hier künstlerische Druckverfahren in ihrer ganzen Bandbreite vorgestellt werden.

Breite Auswahl

Im Endeffekt sind es nur zwei Künstler, die diese Aufgabe auf sich nehmen: Karin Bauer und Rainer Kaiser stammen beide aus Augsburg und haben für Regensburg eine breite Auswahl an Arbeiten im Gepäck. Schnell wird dabei klar: Druckgrafik, das beschränkt sich nicht nur auf Radierung, Lithographie und Aquatinta - auch wenn diese Techniken in der Ausstellung natürlich vertreten sind. Daneben gibt es etwa auch Zungenbrecher wie Cyanotypie, Intagliotypie oder Transferlithographie.

Warmnadel-Radierung

Dass es dem "Kunstverein Graz" ernst ist mit der druckgrafischen Aufklärung bewies die Kuratorin Barbara Gaukler bereits bei ihrer Einführungsrede. Eine detaillierte Beschreibung der Warmnadel-Radierung in all ihren Schritten - wer etwas lernen will, der sollte das über sich ergehen lassen.

Allein die präsentierten Künstler sorgen dafür, dass das Ganze nicht zu schulisch wird. Denn auch wenn die Arbeiten von Karin Bauer und Rainer Kaiser mustergültig stehen für sämtliche Möglichkeiten der Druckgrafik: Sie überraschen gleichsam durch ihren experimentellen Stil und verleihen der Schau dadurch die nötige Frische. Kleinformatige, zierliche Arbeiten, die man gerne mit der Druckgrafik in Verbindung bringt, gibt es hier kaum. Karin Bauer tritt auf mit großformatigen kraftvoll-dynamischen Farbradierungen. Material-Druck macht sich die Grafikerin ebenso zu eigen wie die Frottage. Rainer Kaiser mischt verschiedene Techniken zu einer Geheimformel, die er nicht preisgibt.

"Die klassische Radierung ist ein gutes altes Handwerk", äußerte sich die Künstlerin Karin Bauer bei der Vernissage. "Aber sie ist auch wahnsinnig gesundheitsschädlich." Die neuen Drucktechniken seien schonender. Und sie stehen für Abwechslung in einer Schau, die in mehrerlei Hinsicht überrascht.

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Die Ausstellung "Druck machen. Wenn aus Druck Kunst wird" läuft bis zum 25. Juli im "Kunstverein Graz", Schäffnerstraße 21 in Regensburg. Öffnungszeiten sind Freitag und Samstag von 16 bis 19 Uhr. Weitere Infos gibt es unter www.kunstvereingraz.de.
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