Malen statt angeln: Heiko Herrmann zeigt in der Kleinen Galerie in Regensburg Gemälde einer ...
Langweiliger Ausflug auf die grüne Insel

Angeln in Irland ist nicht sein Ding: Heiko Herrmann stellt deswegen in der Kleinen Galerie in Regensburg seine Werke der Irland-Reise aus. Bild: Wolke
Kultur
Regensburg
18.03.2015
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Irgendwann musste es Heiko Herrmann auch mal ausprobieren: Irland, mystisches Land im Norden, Inspirationsquelle so vieler deutscher Künstler. Drei Freunde wollten ihn überzeugen: "Irland, Angeln, das musst du einfach machen." Doch leider: Die Begeisterung von Heiko Herrmann hielt sich in Grenzen. "Sehr langweilig", lautete das Urteil des künstlerischen Tausendsassas aus Pertzolzhofen zum Thema Angeln.

Geld für Fisch

Die Konsequenz, die Herrmann nach einiger Zeit müßigen Fischfangs zog, verhalf einer aktuellen Ausstellung des Künstlers in der Kleinen Galerie in Regensburg zu einigen Werken. Denn in weiser Voraussicht hatte Herrmann einen Malkasten mit an die irische Küste genommen. Und angesichts von Wind, Meer und Felsformationen reifte in ihm alsbald der Entschluss: "Bevor ich angle, male ich lieber ein Bild und gehe mit dem dadurch verdienten Geld in den Fischladen."

Dass er die irische Landschaft dabei durchaus als achtenswert empfand, ist den Aquarellen Herrmanns anzusehen. Die Bilder gehören zu einer Auswahl neuerer Arbeiten, die er nun in der Kleinen Galerie präsentiert. "Heiko Herrmann. Malerei auf Leinwand und Papier. Plastiken" lautet der Titel der Ausstellung. Der Künstler, den es bei Reisen ansonsten eher in südliche Gefilde zieht, zeigt hier nicht nur seinen Versuch mit Irland. Eine neue Idee sind auch Radierungen mit Collage-Teilen. Soll heißen: Ein Kunstdruck drängt dank eines weiteren Druckverfahrens über den Bildrand ins Passepartout hinaus. Das grenzüberschreitende Denken des Künstlers beweist ebenso eine Reihe von Plastiken in der Kleinen Galerie. Hierfür hat Herrmann Eisen in Styroporteile gegossen. "Aus dem leichten Material wird ein bleischweres Metall" - das fasziniert ihn an dieser Arbeitsweise.

Reise-Impressionen

Seit etwa drei Jahren arbeitet Herrmann mit der Eisen-Styropor-Technik. Der Malerei ist er schon wesentlich länger treu, insgesamt seit rund 40 Jahren. Als "meine Art des Verdauens von Gesehenem" bezeichnet Herrmann das Malen. Verarbeitet werden in den abstrakt-farbenfrohen Arbeiten bevorzugt Orte, die er bereist hat: Paris, Kalifornien, Marokko und Pertolzhofen, seine Heimat, die er bei den "Kunstdingertagen" alljährlich zu einem künstlerischen Schmelztiegel macht.

"Ich habe es mehr mit dem Süden", stellt der Künstler grundsätzlich klar. Dementsprechend kräftig sind die Farben seiner Bilder. Irland inspirierte ihn auf eigene Weise: "Am Schönsten sind dort das Meer und die Whisky-Bars." Die Ausstellung mit Arbeiten Herrmanns läuft derzeit in der Kleinen Galerie (Gesandtenstraße 16). Öffnungszeiten sind Mittwoch bis Freitag von 11 bis 18 und Samstag von 10 bis 13 Uhr. Informationen unter Telefon 0941/21862.
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