Modlstoiner Sterne
Ein Dorf im Kunstfieber

Kultur
Regensburg
12.04.2016
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Gemessen an der beschaulichen Größe des Dorfes sind die Blüten kreativen Schaffens hier dicht gesät. Nicht nur, dass Adlmannstein seit nunmehr elf Jahren ganz selbstverständlich eine Galerie in seinen Reihen zählt. Daneben gibt es in dem 340-Seelen-Dorf zwei bemerkenswerte Malerinnen.

Adlmannstein. Klein aber fein: Für das Örtchen Adlmannstein, das zur Gemeinde Bernhardswald (Kreis Regensburg) gehört, gilt dies in besonderem Maße. Ludmila Meier und Johanna Stegbauer: Die beiden konnten ihre Passion niemals beruflich ausüben, dafür aber mit umso mehr Passion in ihrer Freizeit. Dieser Umstand rückt die zwei Malerinnen, ebenso wie ihr unverkennbarer Stil, umso mehr in eine künstlerische Richtung, die schon bei großen Kollegen Begeisterung hervorgerufen hat: Die naive Kunst hat in Adlmannstein zwei talentierte Vertreterinnen.

Anlässlich des elfjährigen Jubiläums der "Kunstpartner Galerie " führen deren Betreiber Wilma Rapf-Karikari und Ingo Kübler die beiden künstlerischen Stränge ihres Heimatortes nun zusammen. Unter dem selbstbewussten Titel "Modlstoiner Sterne" zeigt die Galerie Adlmannstein die beiden Künstlerinnen aus Adlmannstein.

Galerie im Kuhstall


Klingt nach einer heimeligen Angelegenheit. Und genau das trifft auch zu auf die Stimmung auf der Vernissage in dem alten Gemäuer, das bereits als Kuhstall und Gastwirtschaft genutzt wurde und nun unter allgemeinem Wohlwollen zum Haus für zeitgenössische Kunst umfunktioniert wurde. Die Eröffnung ihrer aktuellen Ausstellung nutzen die Galeristen gleichzeitig als Einladung zum Tag der offenen Tür. Osterglocken blühen in den Beeten des Gartens, in dem sich zahlreiche Besucher aus Adlmannstein und dem nahe gelegenen Bernhardswald versammelt haben. Auf den Tischen steht Selbstgebackenes und von Freunden mitgebrachtes Quiche. "Allein würden wir das nicht schaffen", bedankt sich Ingo Kübler von der Galerie bei allen Anwesenden.

Heitere Stimmung


Der Zusammenhalt der Besucher äußert sich nicht nur in der Unterstützung dieser ungewöhnlichen Galerie, die ihre Pforten nur einmal im Jahr öffnet und ansonsten als privater Wohnraum genutzt wird. Auch der Stolz auf die beiden Künstlerinnen ist spürbar.

Zu Recht. "Grandma Moses in Adlmannstein" möchte man sagen angesichts der fröhlich-bunten Szenerien Johanna Stegbauers. Die vorletztes Jahr verstorbene Künstlerin zeigt eine heitere Stimmung, die sie selbst als Kind so nicht erfahren hat. Gemütliche Häuschen, blühende Blumen, spielende Kinder: Das ist die Welt der Johanna Stegbauer. Ebenso wie der Müllerstochter Johanna blieb auch ihrer Kollegin Ludmila Meier der offizielle Weg zur bildenden Künstlerin verwehrt. Ein technischer Beruf musste erlernt werden, so lautete seinerzeit die Entscheidung der Eltern. Ihre Vorliebe fürs Verschönern setzte Ludmila Meier später als Kosmetikerin um. Die romantischen Landschaftsansichten, die sie nun erst seit wenigen Jahren malt, lassen in Farbwahl und Stil an diesen Beruf denken.

"Ich finde es grandios, dass ein Dorf wie Adlmannstein zwei Malerinnen hervorgebracht hat", betont Wilma Rapf-Karikari bei der Eröffnung ihrer aktuellen Ausstellung. Die Veranstaltung bestätigt die Galeristin in ihrer Überzeugung: "Kunst kann auch außerhalb der Metropolen stattfinden."

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Die Ausstellung "Modlstoiner Sterne" läuft bis zum 24. April in der "Kunstpartner Galerie Adlmannstein", Altenthanner Straße 1. Geöffnet ist Sonntag von 14 bis 17 Uhr. Weitere Infos gibt es unter Telefon 09408/1316 oder 0175/3609109 .

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Weitere Informationen:

www.kunstpartner.eu
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