Musical "Jesus Christ Superstar"
Grandiose Geschichte vom Erlöser

Die Rock-Oper "Jesus Christ Superstar" in der Inszenierung des Theaters Regensburg ist eine Produktion mit großem Gespür für die Soulmusik. Markus Engelstädter bot in seiner Rolle als Jesus, hier im Zentrum seiner Anhänger, eine starke Leistung. Bild: Juliane Zitzlsperger
Kultur
Regensburg
16.03.2015
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Ein großes Gespür für Soul ist gefragt, wenn man die 1971 uraufgeführte Rock-Oper "Jesus Christ Superstar" aus der Feder von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice fesselnd auf die Bühne bringen will. Und genau dieses Gespür verkörpert die neue Produktion des Theaters Regensburg auf beeindruckende Weise.

Allen voran sind hier Markus Engelstädter als Jesus und Darius Merstein-MacLeod in der Rolle des Judas zu nennen, die den Soulgesang in ihren Darbietungen regelrecht bis in alle emotionalen Verästelungen durchleben. Was die beiden Hauptdarsteller im Theater im Velodrom bieten, ist ganz große Kunst. Von der Power, die sie in den schnellen Nummern an den Tag legen, bis hin zu der empfindsamen Innigkeit in den Balladen reicht die Palette dieser beiden Bühnenakteure.

Großes Lob zu verteilen

Kaum nach stehen ihnen hier Vera Semieniuk als Maria und alle anderen Beteiligten. Das gilt für die sängerischen Leistungen ebenso wie für die schauspielerischen. Ein großes Lob gebührt auch der Band unter der Leitung von Allistair Lilley, welche die Partitur sowohl mit absoluter Perfektion als auch mit packendem Gespür für die verschiedenen Charaktere der einzelnen Nummern umsetzt.

Hinzu kommt noch die sehr gut durchdachte Inszenierung von Willy Welp, die, gespickt mit kreativen Einfällen, immer wieder zwischen Amüsement und berührend ergreifenden Momenten oszilliert. Denn wenn das Kreuz des sterbenden Jesus sich von selbst aufrichtet und der Held dann in drei Metern Höhe am vordersten Bühnenrand sein Leben aushaucht, dann hat das schon eine enorme Ausdruckskraft auf das Publikum.

Komplettiert wird diese grandiose Produktion durch das zwar minimalistische und dennoch aussagekräftige, leicht abstrakte Bühnenbild von Claudia Doderer, die auch die Kostüme sehr passend entworfen hat. Nicht zuletzt ist es die originelle und kreative Choreographie von Harald Kratochwil, die den hervorragenden Gesamteindruck abrundet. Ihm ist es treffend gelungen, das Lebensgefühl aus der Zeit der Uraufführung in Tanzenergie umzusetzen.

Auch die kreative Beleuchtung unterstützt diese Produktion auf beeindruckende Weise. Selbiges gilt für die Tonabmischung, die das Publikum jedes einzelne Instrument der Band aber auch jede Stimme der Akteure gestochen scharf erleben lässt.

Empfehlenswert

Das Theater Regensburg hat mit dieser Produktion etwas auf die Beine gestellt, das man unbedingt empfehlen kann, und das gilt nicht nur für Fans der Soulgeneration, wie sie Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre ihren Höhepunkt feierte. Der lang anhaltende Applaus im Theater im Velodrom war an diesem Premierenabend voll gerechtfertigt.
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