"National Symphony Orchestra" im Audimax
Perfekt eingespielt

Cellist Daniel Müller-Schott begeistert sein Publikum bei seinen Auftritten mit seinem präzisen Cello-Spiel. Beim "Odeon-Concert" musizierte er mit dem "National Symphony Orchestra". Bild: Peter Hundert
Kultur
Regensburg
10.02.2016
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Dass das "National Symphony Orchestra" aus der Hauptstadt der Vereinigten Staaten von Amerika und der Solo-Violoncellist Daniel Müller-Schott keine Leichtgewichte im Bereich ihres Genre sind, dürfte natürlich so ziemlich allen Konzertbesuchern klar sein, die zu den "Odeon-Concerten" in das Audimax der Regensburger Universität gekommen sind.

Orchester von Weltklasse


Aber wie groß die Qualität dieses Orchesters unter der Leitung des deutschen Dirigenten Christoph Eschenbach wirklich ist, zeigt sich bereits in der einleitend interpretierten Ouvertüre aus der Oper "Der Freischütz" von Carl Maria von Weber. Denn selten erlebt man ein über 70 Mitglieder zählendes Orchester in einer solchen Geschlossenheit, wie das an diesem Abend der Fall ist. Es ist ganz einfach Weltklasse wie dieser Klangkörper dem Dirigenten bis in jede dynamische Verästelung folgt.

Selbiges gilt auch für die Zusammenarbeit und Bühnenkommunikation mit dem Solisten Daniel Müller-Schott im darauf folgenden Konzert für Violoncello und Orchester in h-Moll op. 104 von Antonin Dvorák. In diesem nicht auf virtuose Effekthascherei, sondern auf tiefste Musikalität aufgebauten Werk beweisen alle Beteiligten ein innigstes Gespür für die Partitur. Dies zeigt sich bereits in der Eigenschaft, wie geschmeidig und kommunikativ sich Daniel Müller-Schott mit dem Hauptthema des Kopfsatzes einbringt. Eine berührend geschlossene Einheit bilden Solist und Orchester auch im Adagio, dessen romantische emotionale Tiefe alle Agierenden bis auf den Grund auszuloten wissen. Müller-Schott beweist im Finalsatz aber auch, wie ausdrucksstark er die Verbindung zwischen Virtuosität und Gesamtverständnis für die Komposition umzusetzen weiß.

Für seine selbstbewusste musikalische Persönlichkeit spricht zudem, dass er als Zugabe nicht irgendeine aufgeblasene Virtuosen-Nummer präsentiert, sondern die Sarabande aus Johann Sebastian Bachs dritter Violoncello-Suite Nr. 3. Denn genau hier zeigt sich sein tiefes Gefühl für die Struktur einer beseelten Komposition.

Besonderes Klangerlebnis


Nach der Pause bietet dann das Orchester mit der Interpretation von Johannes Brahms Sinfonie Nr. 1 ein weiteres Klangerlebnis der besonderen Art. Wunderschön geschlossen und mit großem Gespür für die Dynamik-Kontraste und Spannungsbögen agiert hier der große Klangkörper, der das Publikum dann noch mit einem ausdrucksstark in Szene gesetzten ungarischen Tanz von Johannes Brahms als Zugabe verwöhnt.
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